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Geplanter Jobabbau bei der PTG trifft auch die heimische Wirtschaft

Peine Geplanter Jobabbau bei der PTG trifft auch die heimische Wirtschaft

Mit Bestürzung reagierte am Donnerstag die heimische Wirtschaft auf die Nachricht vom geplanten Jobabbau bei Peiner Träger. Doch trotz Millionen-Verlust (siehe Text unten) sind die meisten Entscheider vor Ort davon überzeugt, dass Peiner Träger eine Zukunft hat. Für die meisten steht jetzt die Sicherung des Standorts an erster Stelle.

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Mitarbeiter von Peiner Träger vor einem Werbeplakat des Stahlherstellers: Die meisten Entscheider in Peine glauben, dass die PTG auch in Zukunft eine „tragende Rolle“ spielt.

Quelle: Sebastian Kahnert

„Für jeden einzelnen Betroffenen ist der Jobverlust tragisch. Wenn in Peine viele Arbeitsplätze verloren gehen, schwindet auch die Kaufkraft. Für den Handel ist das ungünstig, weil dadurch eine Art Domino-Effekt entstehen könnte“, sagt Ole Siegel, Vorsitzender der City-Gemeinschaft.

„Wenn in Peine mehrere Hundert Arbeitsplätze wegfallen, ist das eine Katastrophe. Das Werk muss daher auf jeden Fall erhalten bleiben“, sagt IHK-Vizepräsidentin Ulrike Brandes-Peitmann. Für den angekündigten Jobabbau sei möglicherweise auch Missmanagement mitverantwortlich, so Ingeborg Wennerscheid, Gildemeisterin der Peiner Kaufmannsgilde. Und jetzt treffe es ausgerechnet diejenigen, die für die Krise überhaupt nichts können. Eine Lösung könne darin bestehen, andere produzierende Betriebe anzusiedeln, in denen die Betroffenen unterkommen könnten.

Bernhard Michels, Vorsitzender des Peiner Industrie-Vereins, sagt: „Grund für die Misere ist offenkundig die Absatzkrise für Stahl in Europa. Eine Personalanpassung bei der PTG ist wohl auch notwendig, um wieder handlungsfähig zu werden.“ Mit Blick auf die nach oben zeigende Konjunkturkurve in vielen Ländern Europas ist Michels aber optimistisch, dass der PTG die Trendwende gelingt.

„Peine und Stahl gehören einfach zusammen. Darum muss alles getan werden, um den Standort Peine nachhaltig zu sichern und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Jeder erhaltene Arbeitsplatz sichert auch eine Existenz in unserer Region“, sagt der Vorstand der Volksbank Peine, Gerhard Brunke.

Kulturring-Chef Christian Hoffmann: „Die Stahlwerke haben schon zwei schwere Krisen überstanden. Derzeit stehen die Zeichen in Europa, insbesondere im Süden, auf Erholung. Ich glaube, dass die PTG auch diese Krise meistert - auch dank der Qualität der Peiner Träger. Peines Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Jürgen Hösel erklärt: „Die Peiner Träger GmbH ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor im Landkreis Peine. Dies bei den anstehenden Entscheidungen zu berücksichtigen, ist wichtig: für das Peiner Land, seine Bewohner, aber vor allem für die betroffenen Arbeitnehmer.“

Professor Dr. Hans-Jürgen Ebeling, Vorsitzender der Peiner Bürgerstiftung, sagt: „Ich habe im Stahlwerk eine hervorragende Ausbildung zum Starkstromelektriker genossen und danach in den Ferien häufig als Betriebselektriker dort gearbeitet. Von daher habe ich eine besondere Beziehung zur PTG. Dass ein Vorstand in einer derart schweren Krise handeln muss, ist nachvollziehbar. Umso mehr hoffe ich aber, dass es gelingen wird, den Standort Peine langfristig zu sichern und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Alles andere wäre eine Katastrophe nicht nur für die betroffenen Mitarbeiter sondern für das ganze Peiner Land. Mein ,Glückauf‘ kommt von Herzen.“


Ministerpräsident Weil: „Standort Peine steht nicht infrage“

Es ist zwar keine Standortgarantie, aber ein deutliches Signal: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) erklärte gestern, dass die Sparpläne der Salzgitter AG den Standort Peine besonders hart treffen, ihn aber nicht gefährden werden. Es sei bedauerlich, dass angesichts der Stahlkrise eine große Zahl von Arbeitsplätzen bei Salzgitter abgebaut werden müssten.

Gerade in einer solchen Situation sei es für die Beschäftigten aber ein Vorteil, dass mit dem Land Niedersachsen ein Anteilseigner vorhanden sei, der auch die Region und die dort vorhandenen Arbeitsplätze mit im Blick habe, erklärte Weil. „So ist auch zu verstehen, dass die schmerzlichen bevorstehenden Einschnitte nicht den Standort Peine insgesamt infrage stellen.“

Das Land Niedersachsen hält 26,5 Prozent der Anteile am Salzgitter-Konzern. Das Unternehmen hatte gestern angesichts seiner Probleme wegen der europaweiten Stahlkrise gut 1500 Stellenstreichungen konzernweit bekanntgegeben.

Konzernchef Heinz Jörg Fuhrmann erläuterte, dass Peiner Träger in der Halbjahresbilanz mit etwa 230 Millionen Euro für den Löwenanteil des konzernweiten Verlusts von über 300 Millionen Euro stehe. Und wenn man sehe, dass in Peine weniger als fünf Prozent der Konzernbelegschaft beschäftigt seien, dann werde die Unhaltbarkeit dieses Zustands sehr, sehr deutlich, so der Vorstandschef.

Was das konkret für Peine bedeutet, ist nach wie vor unklar.Der Vorsitzende des PTG-Betriebsrates, Udo Meyer, war für die PAZ auch am zweiten Tag nach Veröffentlichung der Halbjahresbilanz telefonisch nicht zu erreichen.

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