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Geplanter Abschied wird zum Plädoyer fürs Leben

Peine Geplanter Abschied wird zum Plädoyer fürs Leben

Peine. Verabredung zum Selbstmord: Igor Bauersimas starkes Theaterstück „Norway.Today“ betrachtet das Thema Depression und Suizidalität aus dem Blickwinkel der heutigen Zeit. Das Stück wurde jetzt in den Festsälen vor etwa 550 Besuchern - meist Schülern - gezeigt.

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Bewegend: „Norway.Today“ lässt für die Besucher wichtige Fragen offen- aber das ist Absicht.

Quelle: Foto: oh

Die Aufführung war Auftakt einer Tournee durch sieben Regionen, in denen jeweils ein regionales Bündnis gegen Depression Veranstalter ist.

Die Jugendlichen Julie und August lernen sich im Internet kennen und beschließen, gemeinsam zu sterben. Sie verabreden sich, um ihr Leben gemeinsam mit einem Sprung aus einer 600 Meter hohen Klippe im norwegischen Fjord zu beenden. Mit Zelt, belegten Brötchen und Dosenbier machen sie sich auf den Weg.

Auf der mit weichen, weißen Matratzen gepolsterten Bühne kommen sie einander näher. Plötzlich merken beide, dass sie zwar keine Gründe zum Weiterleben finden, jedoch auch keine, die für das Sterben sprechen. Plötzlich verwandelt sich ihr Abschied von der Welt zum Plädoyer für das Leben.

Igor Bauersima hat ein starkes Dialogstück geschrieben, in dem Julie und August das Leben und das Sterben bewerten, verhandeln, ausloten. Beide haben ein ausgeprägtes Bedürfnis, sich auszudrücken, sich dem anderen gegenüber verständlich zu machen. Tiefgründig, poetisch und oft witzig sind die Dialoge - durch das Reden entstehen Nähe und Lebendigkeit zwischen Julie und August.

Schnörkellos, behutsam und mit viel Empathie für die Figuren hat die Regisseurin Isa Micklitza in einer sinnlich-emotionalen Inszenierung dies umgesetzt, mit zwei überzeugenden Schauspielern: Marget Flach als Julie und Samuel Pock als August. In ganz dichter Atmosphäre gewähren die beiden Darsteller unfassbar tiefe Einblicke in das Innenleben, die „verletzten Seelen“ dieser beiden Charaktere.

„Norway.Today“ lässt für die Besucher wichtige Fragen offen. Zum Beispiel die, warum um alles in der Welt es Julie und August es eigentlich so schlecht geht, dass sie sterben wollen. Das ist Absicht: Es gibt nämlich Fragen, auf die kann es keine Antworten geben - die nach dem Sinn des Lebens ist eine davon.

Das Spannendste ist vielleicht, dass „Norway.Today“ trotz des traurigen Themas und Hintergrundes alles andere ist als eine Anleitung zu Trübseligkeit und Weltuntergangsstimmung. Irgendwie geht es ja immer weiter...

rd

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