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Gema-Gebühren: Gastronomen vor dem Aus?

Kreis Peine Gema-Gebühren: Gastronomen vor dem Aus?

Kreis Peine. Stehen Peines Eulenmarkt und die Schützenfeste vor dem Aus? Durch die neue Tarifstruktur der Gema werden Kneipen, Clubs und Pubs ab 2013 hart zur Kasse gebeten. Aber auch öffentliche Veranstaltungen wie Schützen- und Stadtfeste sind betroffen - auch im Landkreis Peine.

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Egon Hakelberg (l.) und Torsten Kowohl von der Dehoga.

Quelle: ju

„Die Gema greift zu ohne Ende und macht so unser ganzes Kulturleben kaputt“, sagt Egon Hakelberg, Sprecher des Dehoga-Kreisverbands Peine. „Deshalb müssen wir reagieren.“

Das Problem: Ab 2013 will die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) ihre Tarife ändern (siehe Hintergrund). „Leider berücksichtigt die Gema in ihren Berechnungen nie die Personenzahl, die tatsächlich zu den Veranstaltungen kommen“, beklagt Hakelberg. „Lediglich Raumgröße und Eintrittspreis werden zugrunde gelegt.“ Für viele Veranstaltungen im Kreisverband kämen so Erhöhungen von bis zu 1300 Prozent zustande.

Torsten Kowohl, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbands Peine und Inhaber des Theaterrestaurants Peiner Festsäle, hat sich bereits die ersten Veranstaltungen für 2013 berechnen lassen. „Für den Ball der Gastronomie im Schützenhaus etwa müssen wir jetzt weit mehr als das Doppelte an Gema-Gebühren bezahlen“, sagt Kowohl. „Wenn bei solchen Veranstaltungen, dann aus irgendwelchen Gründen aber nur 50 Leute kommen, macht das die Wirte kaputt.“

Diese Gefahr sei vor allem für die Schützenfeste groß. „Viele Vereine tragen die Kosten selbst. Das ganze Vereinsfest geht dann kaputt, weil es nicht mehr bezahlbar ist“, so Hakelberg. Auch unter den Festzeltbetrieben herrscht bereits große Unruhe. „Das ist ein großes Problem für uns“, sagt Ulrike Marris, Geschäftsführerin von Marris Festzelte Betriebe in Hoheneggelsen, die auch viele Schützenfeste im Peiner Landkreis veranstalten. „Am Ende wird es wieder der Endverbraucher tragen, der dann mehr für die Getränke zahlen muss.“ Abgesagt habe sie für 2013 noch kein Schützenfest. „Wir werden es probieren“, so Marris. „Mal sehen, wie wir es hinkriegen.“

Die Gema sieht in den neuen Tarifen hingegen eine fairere und transparentere Lösung. „Die Urheber, Komponisten und Texter werden endlich angemessen bezahlt“, sagt Gema-Sprecherin Gaby Schilcher. Etwa 85 Prozent der Gebühren gingen an die Urheber, sind diese verstorben, gehen sie noch 70 weitere Jahre an die Erben. „Wenn kleinere Veranstaltungen oder Schützenfeste wegen der Gema-Gebühren kaputt gehen, dann sollten sich die Veranstalter grundsätzlich überlegen, was da wirtschaftlich falsch gelaufen ist“, meint Schilcher.

Doch nicht nur kleine Feste sind bedroht, auch für Stadtfeste wie etwa der Peiner Eulenmarkt müssten ab 2013 Gebühren „im hohen fünfstelligen Bereich“ gezahlt werden, so Thomas Severin, Geschäftsführer von Peine Marketing. „Bundesweit sind davon so viele Stadtfeste betroffen, dass ich nicht glaube, dass die Gema damit durchkommt. Sollte es doch zu den neuen Tarifen kommen, steht der Eulenmarkt in seiner jetzigen Form vor dem Aus.“

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