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Geistliche Chormusik mit alarmierendem Inhalt

Christof Pannes leitete das Konzert Geistliche Chormusik mit alarmierendem Inhalt

Auch Musik-Studierende kommen zuweilen um öffentliche Sonntagsschichten nicht herum. Am Sonntag profitierte das Publikum in sehr gut besuchten der St.-Jakobi-Kirche von einer solchen musikalischen Sonderschicht der Sängerinnen und Sänger des Hochschulchores der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

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Der Peiner Kirchenkreiskantor Christof Pannes leitete den Hochschulchor Hannover in der St.-Jakobi-Kirche.

Quelle: Foto: Ulrich Jaschek

Peine. Seit dem Wintersemester 2012/13 erfüllt der Peiner Kirchenkreiskantor Christof Pannes dort seinen Lehrauftrag für Chorgesang und präsentierte mit seinen Schützlingen aus verschiedenen Nationen geistliche Chormusik von Heinrich Schütz und Johann Hermann Schein. Diese Komponisten vertonten im 16. und 17. Jahrhundert unter anderem Psalmen und andere Bibeltexte, Wortketten also, die aus heutiger Sicht besonders auf der Zunge junger Menschen eher sperrig oder sogar stachelig wirken.

Darüber hinaus muss man wissen, dass es sich im Musikstudium bei „Chor-Gesang“ um ein Pflichtfach handelt, dem sich beispielsweise auch künftige Instrumental-Solisten oder Musikpädagogen zu unterwerfen haben. Mit anderen Worten: Viele dieser jungen Menschen singen im Chor, weil sie müssen.

Um es vorwegzunehmen: Pannes ist es offenbar gelungen, auch jenen angehenden Musikern, die sich künftig eher selten mit eigener Stimmbildung beschäftigen, sehr nachhaltig zu vermitteln, dass die Erkundung von Musik und Text mittels Stimmband und Atem elementare Voraussetzung zum wirksamen - also das Publikum ergreifenden und bewegenden - Musizieren ist.

Ob es nun die intensive Auseinandersetzung mit den im Kontext mit der derzeitigen Weltlage geradezu alarmierend aktuellen Bibeltexten oder die nicht minder gründliche Beschäftigung mit den berührenden Kompositionen war - das Ensemble entwickelte unter Pannes akribischer Leitung nicht nur eine beinahe missionarisch-innerliche und textverständliche Gesangsleistung auf Hochschul-Niveau. Auch im Hinblick auf die Disziplin und die Rücksicht auf den sakralen Auftrittsort ließen die jungen Sängerinnen und Sänger keine Wünsche offen.

Den instrumentalen Kontext zur geistlichen Chorliteratur lieferte Martin Kohlmann, Student der evangelischen Kirchenmusik und im Juli voraussichtlich „Master of Music“ (vormals A-Examen), an der St.-Jakobi-Orgel mit Werken von Vincent Lübeck und zweier zeitgenössischer Komponisten. Nun ist es musikalische Kür, solche Werke von höchstem musikwissenschaftlichen Anspruch und Aufwand in die Sinne des Publikums zu transportieren.

Aber offenbar gehört Kohlmann zu jenen, denen schlicht einfach alles gelingt, denn er ist auch promovierter Mathematiker und Diplom-Physiker und ergänzt seine künstlerische Tätigkeit durch Lehraufträge an der Universität Göttingen.

Eine lohnende Sonntagsschicht sowohl in Altarraum als auch Kirchenschiff - das Publikum klatschte sich die Hände wund.

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