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Geiselnahme: Täter entschuldigten sich bei Opfer für stundenlange Quälerei

Peine Geiselnahme: Täter entschuldigten sich bei Opfer für stundenlange Quälerei

Peine/Hildesheim. Er wollte nur noch raus, er blutete und hatte Schmerzen. Gern hätte er den Männern, die ihn stundenlang in einer Wohnung in Peine festhielten, die PIN-Nummer seiner EC-Karte genannt, aber sie wollte ihm einfach nicht einfallen. Das sagte das 23 Jahre alte Opfer in seiner gestrigen Vernehmung beim zweiten Prozesstag vor dem Hildesheimer Landgericht aus. Dort müssen sich sechs Angeklagte aus Peine wegen Geiselnahme, Raub und Körperverletzung verantworten (PAZ berichtete).

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Peiner Geiselnahme-Fall: Der Blick auf die Anklagebank gestern im Landgericht Hildesheim.

Quelle: bar

Der Anklage zufolge sind zwei Brüder (25 und 27 Jahre) die Haupttäter. Ihnen wird vorgeworfen, im März dieses Jahres mit dem Geschädigten Streit gehabt zu haben. Es sei um Geld- und Drogengeschäfte gegangen. Bei einer Polizei-Razzia waren die Angeklagten festgenommen worden.

Das Opfer (23) belastete vor allem den 25-jährigen Hauptangeklagten. Er sei es gewesen, der ihn mit Faustschlägen und Tritten quälte, ihm Schnitte an der Stirn und an der Hand zufügte, ihm einen Stuhl auf Kopf sowie Rücken schlug und ihm drohte. Von Beginn an sei der Angeklagte aggressiv gewesen: „Er stand zappelnd vor mir und war auf 180.“ Den Grund dafür kenne er bis heute nicht.

Der Angeklagte habe Beschuldigungen vorgebracht, beispielsweise dass der 23-Jährige die Droge Crystal Meth an Jugendliche verkaufe. Das treffe keinesfalls zu. Auch habe er dem 25-Jährigen kein Geld geschuldet. Das Opfer räumte ein, er habe Ecstasy-Pillen für Bekannte besorgt, an diesem Abend auch für die Angeklagten.

Der ältere Bruder des Haupttäters sei weniger gewalttätig gewesen, habe ihn aber an der Flucht gehindert. Nachdem der 25-Jährige die Wohnung verlassen hatte, habe sein Bruder weiter versucht, die PIN durch Zureden und Drohen aus dem Opfer herauszulocken. Die übrigen Beteiligen spielten der Aussage zufolge untergeordnete Rollen - erledigten Botengänge oder passten auf die Geisel auf.

Der 25-Jährige selbst räumte einen großen Teil der Vorwürfe ein. Er habe auf das Opfer „eingeschlagen“ und habe auch ein Messer eingesetzt. Sein Bruder habe ihn zu beruhigen versucht und ihn schließlich aus der Wohnung geschickt. Der Angeklagte blieb aber dabei, dass Opfer habe ihm Geld geschuldet. Der 27-jährige Bruder suchte den Grund für seine Beteiligung in der Wirkung der Ecstasy-Pillen. Er sei mit der Situation überfordert gewesen.

Die Angeklagten entschuldigten sich bei dem Geschädigten - der 25-Jährige allerdings halbherzig. Der Prozess wird fortgeführt.

bar

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