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Gefahr auf der A2: Neue Diskussion über Standstreifen

Kreis Peine Gefahr auf der A2: Neue Diskussion über Standstreifen

Kreis Peine . Die A2 bei Peine könnte bald zum Testgebiet werden: Wie am Wochenende bekannt wurde, prüft das Verkehrsministerium, ob die Standstreifen auf der Ost-West-Trasse ähnlich wie auf der A7 zwischen Walsrode und Soltau in Stoßzeiten für den Verkehr mitgenutzt werden können. In Peine traf der Vorschlag gestern auf Skepsis.

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Dreispurige A 2 mit elektronischem Verkehrsleitsystem: Das Verkehrsministerium prüft, ob künftig auch die Standstreifen als Fahrspur genutzt werden können.

Quelle: dpa

Möglich wäre eine Nutzung des Standstreifens zwischen Hannover und Braunschweig, bestätigte Ministeriums-Sprecher Christian Budde laut einer Pressemeldung. Insgesamt sei die Situation auf der A2 im vergangenen Jahr entschärft worden. „Wir haben die Bestie A2 einigermaßen gezähmt“, sagte Knut Hallmann, Chef der Autobahnpolizei Hannover. Allerdings dürften die Verantwortlichen nun nicht ruhen, noch immer gebe es schlimme Unfälle auf der Strecke.

Peines Ortsbrandmeister Sven Bössel von der freiwilligen Feuerwehr schätzt die Lage ähnlich ein wie Polizei-Chef Hallmann: „Es ist ruhiger geworden“, sagte er. Die Kernstadtwehr fährt im Abschnitt Peine die meisten Einsätze, wenn es auf der Strecke kracht. Von dem Vorstoß, den Standstreifen als Fahrbahn mit zu nutzen hält Bössel allerdings gar nichts: „Wir hatten auch schon viele Unfälle, bei denen Lastwagen in Fahrzeuge gefahren sind, die auf dem Standstreifen, weil sie eine Panne hatten.“ Er erinnert an den tragischen Unfall im Juli 2009 als ein Sattelzug in einen liegen gebliebenen Schwerlaster raste, der zusätzlich abgesichert war (siehe Hintergrund).

Auch Landrat Franz Einhaus betrachtet den Vorstoß aus dem Verkehrsministerium auf den ersten Blick mit großer Skepsis. „Uns liegt allerdings kein Konzept vor, welche Maßnahmen mit der Nutzung der Standstreifen einher gehen“, sagte er und verwies auf mögliche Überholverbote und Tempolimits. Grundsätzlich müsse der Standstreifen aber für Fahrzeuge mit Pannen zur Verfügung stehen, da sei es auch keine Lösung Haltebuchten einzurichten. pif

Tragischer Unfall auf dem Standstreifen im Jahr 2009

Schreckens-Szenario auf der Autobahn 2 im Jahr 2009: Bei einem Unfall in Höhe der Abfahrt Peine sind im Juli 2009 zwei Menschen getötet und vier weitere schwer verletzt worden. Ein Schwertransporter war in Fahrtrichtung Hannover wegen einer Panne auf dem Seitenstreifen liegengeblieben. Hinter ihm befanden sich zwei Service-Fahrzeuge und ein Begleitwagen, der die Stelle sicherte. Der 66-jährige Fahrer eines Sattelzuges hat dies dennoch übersehen, sei zu weit nach rechts geraten und vermutlich ungebremst gegen die stehenden Fahrzeuge geprallt.

Ein Mann in dem völlig zerstörten Absicherungsfahrzeug und der 52-jährige Fahrer des Schwertransports, der sich zwischen den Fahrzeugen befand, wurden getötet. pif

Kommentar : A2 ausbauen < /h2>

von Thorsten Pifan

Trotz entschärfter Situation ist die Autobahn 2 immer noch sehr gefährlich, was allein die Zahl der Todesopfer zeigt. 2011 starben 17 Menschen auf der Strecke zwischen Helmstedt und Porta Westfalica. Dass die Verantwortlichen nicht ruhen, um die Lage auf einer der am stärksten befahrenen Routen Deutschlands zu beruhigen ist lobenswert.

Die Verantwortlichen sollten aber nicht vorschnell handeln. Wenn der Standstreifen freigegeben wird, stehen auf den ersten Blick zwar mehr Fahrspuren zur Verfügung, über die der Verkehr fließen kann, es entfällt aber die Schutzzone, auf denen Fahrzeuge mit Pannen halten können. Der Vergleich mit der A7 hinkt. Dort ist die Trasse zweispurig und nicht wie die A2 dreispurig. Wenn die Verkehrsexperten mehr Platz für die Autos fordern, sollten sie nicht sparsam sein, sondern die A2 auf acht Spuren ausbauen. Das wäre konsequent.

Flexible Tempolimits: Es gibt weniger Unfälle auf der A2

Nach rund einem Jahr ziehen Verkehrsexperten eine positive Bilanz: Das elektronische Verkehrsleitsystem hat die Situation auf der A2 entschärft. Trotzdem waren 2011 noch 17 Tote zwischen Helmstedt und Porta Westfalica zu beklagen.

Kreis Peine. Knut Hallmann, Chef der Autobahn-Polizei Hannover sieht die Lage auf der A2 zurzeit entspannter als noch vor einem Jahr. Im Abschnitt Peine sieht er die Blitzer als Vorbild für die komplette Strecke der Ost-West-Trasse in Niedersachsen. „Damit ließe sich die Verkehrsdisziplin der Autofahrer auf der gesamten Strecke hoch halten“, sagte er.

Im vergangenen Jahr wurden 2807 Unfälle auf dem niedersächsischen Teil der A2 gezählt, nach 3266 im Vorjahr und 3188 in 2009. 87 der Verunglückten wurden schwer verletzt – 72 und 94 in den beiden Jahren zuvor. Nach oben gegangen ist aber die Zahl der Getöteten, sie stieg von 10 im Jahr 2009 auf 15 in 2010 und 17 im vergangenen Jahr.

Die größten Sorgen bereiten allen Verkehrsexperten die Unfälle, die an Stau-Enden geschehen (PAZ berichtete). Peines Ortsbrandmeister Sven Bössel, der viele Rettungseinsätze auf der Strecke fährt, sagte: „Es müssten vor allem Maßnahmen gegen die Unfälle am Stau-Ende getroffen werden – und nicht zusätzlich einfach die Standstreifen an der Strecke freigegeben werden.“

pif

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