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Ganz großes Theater: „Licht im Dunkel“ in den Peiner Festsälen

Peine Ganz großes Theater: „Licht im Dunkel“ in den Peiner Festsälen

Peine. Einen starken Theaterabend bot das Stadttheater Fürth mit William Gibsons Schauspiel „Licht im Dunkel“ in den Peiner Festsälen: Was für eine verzogene Göre! Eine siebenjährige Familienterroristin, die jeden in ihrer Umgebung emotional durchschüttelt. Und die sich nachsichtig durchschütteln lässt, weil Töchterchen Helen seit ihrer schweren Krankheit taub und blind ist. Und stumm. Nicht wirklich stumm, denn ihre Tobsuchtsanfälle gehen ans Trommelfell. Blind und taub ist eigentlich die ganze Familie: Denn die Willensstärke und die ausgeprägte Intelligenz des Kindes nimmt niemand wahr.

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Laia Sanmartin überzeugte in ihrer Rolle als behindertes, siebenjähriges Mädchen.

Quelle: im

So also wuchs die US-amerikanische Schriftstellerin Helen Keller (1880-1964) auf - bis ihre Eltern zumindest erkannten, dass ihnen die Erziehung des Kindes entglitten war und sie Hilfe bei der jungen Erzieherin - heute würde man Therapeutin sagen - Annie Sullivan fand.

Regisseur Volker Hesse hat diese emotionale „Ochsentour“ inszeniert. Diesen Kampf für ein menschenwürdiges Dasein zwischen Helen (Laia Sanmartin) und Erzieherin Annie (Birge Schade). Vom Theatersessel erkannte man mühelos: Das Kind hat zwar zwei seiner Sinne verloren, nicht aber seine Gefühle, die auch akustisch fast schmerzhaft ins Parkett wallten. Beide Hauptdarstellerinnen hatten übrigens im Vorfeld der Inszenierung viel recherchiert für die mimische Umsetzung dessen, was das Peiner Publikum tief bewegt verfolgte: den scheinbar aussichtslosen Weg aus finsterer Vereinsamung - gegen alle gut gemeinten Widerstände.

Nun ist Bewegungstheater zwar Sanmartins mimische Spezialität - aber als Erwachsene ein siebenjähriges, behindertes Kind derart intensiv darzustellen, ließ dem Zuschauer immer wieder den Atem stocken. Schade und Sanmartin teilen ihre tiefe kollegiale Verbindung, mit der sie den Auftritt zu einem Theatererlebnis der Extraklasse steigerten. Nicht allein freilich, denn auch das Verhältnis des patriarchalischen Vaters (Wolfgang Häntsch) zu dem sich immer mehr von ihm distanzierenden Daniel Heck als Halbbruder James vertiefte diese bereits bestehende „Zerreißstimmung“. Und wurde sehr deutlich unterstrichen durch Manfred Manteuffels Bühnenbild. Helen durchbrach auf spezielle Weise ihre Dunkelheit, wobei Sanmartin besonders in dieser Szene das Publikum stark bewegte.

uj

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