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Freundschaft: Wichtige neue Akzente bei der Integration in Peine gesetzt

Peine Freundschaft: Wichtige neue Akzente bei der Integration in Peine gesetzt

Das Anwerbekommen zwischen Deutschland und der Türkei 1961 hatte für die Stadt Peine weit reichende Folgen. 50 Jahre danach lobt Bürgermeister Michael Kessler (SPD) die Integration.

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1970er-Jahre: Türkische Gastarbeiter der Ilseder Hütte.

Quelle: Stadtarchiv Peine

Peine. Kessler sagt: „Anfang der 1960er-Jahre waren die Stahlwerke nicht nur der beherrschende, sondern auch quasi der alleinige Arbeitgeber von Bedeutung in Peine. Es war für diese Menschen mit Sicherheit keine leichte Entscheidung und sie war mit vielen Umstellungen verbunden.“ Manchmal werde heute kritisiert, dass sich die Türken damals alle in der Südstadt ansiedelten, „aber das lag nahe, denn es war direkt neben der Arbeitsstelle und die günstigen Wohnungen waren auch dort“. Die Stadt habe darauf keinen Einfluss gehabt.

Viel zu lange – so auch in Peine – habe man die türkisch-stämmigen Mitbürger als eine besondere Spezies angesehen und mit ihnen nicht viel zu tun gehabt.

Kessler erklärt: „In Peine wurden daraufhin vor rund fünf Jahren neue Akzente der Integration gesetzt. Es wurden Statistiken erstellt – und man kam zu der Erkenntnis, dass es ohne Einbindung der mittlerweile knapp 20 Prozent ,Ausländer‘ immer größere Schwierigkeiten geben würde. Es wurde insbesondere deutlich dass mit aller Kraft das perfekte Erlernen der deutschen Sprache vorangetrieben werden müsse.“ Kessler sieht dem weiteren Miteinander optimistisch entgegen.

Diese Integrations-Punkte wurden in Peine schon umgesetzt: Kessler hat die Integrations-Beauftragte Zahra Deilami eingestellt. Er hat Kontakt zu den beiden türkischen Moscheen aufgenommen und durch Gespräche sowie Reden versucht, eine Vertrauensbasis zu schaffen. Die Vertreter der Moscheen sind bei allen wichtigen Veranstaltungen eingeladen. Es gibt gelebte Integration im sportlichen Vereinsleben, und es finden gemeinsame Feste und Aktionen statt wie „Ab in die Mitte“. Peine hat mehrfach landesweite Preise für Integrations-Projekte gewonnen. Und erstmals wurde bei der Kommunalwahl ein türkischstämmiger Bürger, Mehmet Turan (SPD), in den Peiner Rat gewählt.

tk

Deutsch-Türkisches Anwerbeabkommen 1961

Mit der Anwerbung sogenannter Gastarbeiter aus dem Ausland reagierte die Bundesrepublik Deutschland in den Wirtschaftswunderjahren auf den steigenden Bedarf an Arbeitskräften. 1955 unterzeichnete man das erste Anwerbeabkommen mit Italien. Vor 50 Jahren, am 30. Oktober 1961, wurde das deutsch-türkische Anwerbeabkommen geschlossen.

Die Arbeitsmigranten übernahmen vor allem Jobs als un- oder angelernte Arbeiter in der Landwirtschaft, auf dem Bau, in der Stahl- und Automobilindustrie sowie im Bergbau. Untergebracht wurden die Gastarbeiter anfangs in Wohnbaracken. Eine dauerhafte Einwanderung war nicht vorgesehen.

Im deutsch-türkischen Anwerbeabkommen wurden eine maximale Aufenthaltsdauer von zwei Jahren und ein Rotationsprinzip festgeschrieben. Ein Familiennachzug wurde ausdrücklich ausgeschlossen. Rund 800 000 türkische Gastarbeiter kamen über dieses Abkommen nach Deutschland. Doch schon 1964 wurde die Befristung des Aufenthalts auf Druck der Wirtschaft aufgehoben.

Unter dem Eindruck der wirtschaftlichen Rezession und der Ölkrise erließ die Bundesregierung 1973 schließlich einen Anwerbestopp für ausländische Arbeitskräfte. Damals lebten ungefähr 900 000 Türken in Deutschland. In den 1970er-Jahren wurde schließlich auch der Nachzug von Ehepartnern und Kindern aus der Türkei gestattet.

Die christlich-liberale Bundesregierung unter Kanzler Helmut Kohl hielt noch in den 80er-Jahren am Anwerbestopp fest und förderte freiwillige Rückkehrer. Heute leben knapp drei Millionen Menschen türkischer Abstammung in Deutschland. Mehr als ein Drittel von ihnen besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit.

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