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Förderprojekt hilft Flüchtlingskindern

Hildesheim/Peine Förderprojekt hilft Flüchtlingskindern

Hildesheim/Peine. Deutschlernen durch Bewegung ist das Motto eines Pilotprojekts der Hildesheimer Uni. Flüchtlingskinder, auch aus Peine, kicken nach dem Sprachkurs gemeinsam mit deutschen Altersgenossen auf dem Fußballplatz.

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Die zwölfjährige Dana aus Peine (links) und die zwölfjährige Elvin aus Syrien spielen gemeinsam in Hildesheim Fußball.

Quelle: A

Am Spielfeldrand stupst die zwölfjährige Dana aus Peine die gleichaltrige Elvin aus Syrien vorsichtig an. „Hast Du Angst?“, fragt sie. Elvin schüttelt den Kopf, dass die Haare fliegen. „Nein“, sagt das zierliche Mädchen dann bestimmt. Für einen kurzen Moment lächeln beide sich an, bevor sie wieder auf den Platz stürmen und dem Ball hinterherjagen. Zwei Lehramtsstudenten der Universität Hildesheim haben das Projekt „FuNah - Fußball und Nachhilfe“ neu ins Leben gerufen.

Ein Mal in der Woche lernen Kinder aus Syrien, dem Irak oder Serbien die deutsche Sprache. Danach geht es, oft gemeinsam mit Kindern der örtlichen Schulen, auf den Platz.

Kurz vor dem Spiel lernen Dana und Elvin im Klassenzimmer noch die Bezeichnungen der Körperteile anhand der Regeln des Weltfußballverbands. „Mit welchen Körperteilen kann man ein Tor schießen?“, fragte Projektgründer Dominik Feer, Spielertrainer von Rot-Weiß Schwicheldt. Die Kinder zeigen, dass ein Torschuss selbst mit der Brust, dem Kopf, dem Rücken oder der Hacke gewagt werden kann.

Bei rund 80 Prozent der Jugendlichen hätten sich im vergangenen Jahr die Noten in der Schule und das Sozialverhalten verbessert, berichtet Feers Partner Omar Fahmy aus Edemissen. „FuNah“ soll künftig auch auf Schulen in Hannover, Oldenburg und im Landkreis Peine ausgeweitet werden. Auch die Hildesheimer Sportprofessorin Vera Volkmann ist von dem Projekt überzeugt. „Sport kann ein guter Anker sein, um Begegnungen anzubahnen.“

In vielen Schulen seien aber die Sprachlernklassen mit den Flüchtlingskindern oft von den anderen Klassen isoliert, kritisiert die Wissenschaftlerin. Weil kein Kontakt da sei, entstünden auf beiden Seiten Vorurteile. „Es bleibt ein Fremdheitsgefühl.“

Auch Fahmy, dessen Familie aus dem Libanon und Ägypten kommt, berichtet von teils schwierigen Situationen. Wenn auf dem Platz Schimpfwörter fallen, wird das Spiel sofort abgebrochen und gemeinsam darüber gesprochen. „Oft verstehen die Kinder die Wörter gar nicht“, sagt er.

Aufgrund der sprachlichen Schwierigkeiten erfahren die Betreuer zudem nur nach und nach, was die Kinder in ihren Heimatländern durchgemacht haben. Manche von ihnen haben die Reise nach Deutschland allein bewältigt, leben hier bei Verwandten oder suchen nach ihren Eltern. „Jeder bringt Schwächen mit, und damit müssen wir sensibel umgehen“, betont Feer.

Nach der Unterrichtsstunde spielen die Kinder im Zweiminutentakt in wechselnden Teams. „Dana, schieß“, schallt es quer über den Platz. Doch der Ball trifft das Tor nicht und der Schuss wird teils auf Deutsch, Arabisch oder Kurdisch kommentiert. Einige Kinder sind erst seit wenigen Wochen im Land und fallen manchmal noch in die Landessprache zurück.

Elvin ist vor wenigen Monaten gekommen und lernt seit ein paar Tagen in der Gruppe. „Ich spiele gern im Sturm“, platzt es atemlos aus ihr heraus. Wenn sie groß ist, will sie auch Sportlehrerin werden, sagt sie. Dana hingegen ist als Tochter eines arabischen Vaters und einer deutschen Mutter in Peine aufgewachsen und spricht fließend Deutsch. „Aber auch meine Noten haben sich verbessert“, erzählt sie stolz in einer Spielpause. „Außerdem zeige und helfe ich gerne den anderen“, ergänzt die Zwölfjährige und legt ihren Arm um Elvins Schulter.

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