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Flüchtlingskinder auf dem Weg zum Abitur

Peine Flüchtlingskinder auf dem Weg zum Abitur

Peine. Sie kommen aus unterschiedlichen Ländern, sind wegen Krieg, Hunger oder Leid geflohen, leben nun in der Fremde. Deutsch ist für sie eine Fremdsprache, und doch haben sie ein großes Ziel: das Abitur. 14 Schüler aus Syrien, Iran, Kuba und Montenegro besuchen seit dieser Woche die erste Sprachlernklasse am Ratsgymnasium Peine.

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Am Ratsgymnasium gibt es jetzt eine Sprachlernklasse. Klassenlehrerin Lisa Schweer bereitet Flüchtlingskinder auf das Abitur vor.

Quelle: Janine Kluge (ju)

„Einige Schüler sind erst kürzlich nach Deutschland gekommen, andere sind schon seit Anfang letzten Jahres bei uns. Sie sind alle sehr begabt, aber das Sprachniveau ist sehr unterschiedlich“, sagt Klassenlehrerin Lisa Schweer. Die stellvertretende Schulleiterin Dr. Gabriela Fellmann ergänzt: „Wir haben uns da ganz schön was vorgenommen. Aber die Kinder auch.“

Aufgeschlossen, wissbegierig und vor allem sehr motiviert seien die Schüler. „Sie sehen es als Chance. Es gibt Schüler, die dominieren zum Beispiel den Chemie-Unterricht - aber halt auf Englisch“, so Fellmann. Um aber in der gymnasialen Oberstufe bestehen und später sogar das Abitur ablegen zu können, sind gute Deutschkenntnisse unumgänglich. Und dabei ist Deutsch nicht gleich Deutsch. „Viele Schüler lernen schnell die Alltagssprache. Die unterscheidet sich aber stark von der Bildungssprache“, erklärt Schweer, die eine von drei sogenannten DaZ-Lehrern (Deutsch als Zweitsprache) am Ratsgymnasium ist. „Dem Geschehen im Unterricht zu folgen, komplexe Texte zu verstehen und zu schreiben und dabei auf grammatikalische Konstruktionen zu achten - das ist für diese Schüler die größte Herausforderung.“

Um diesen Schülern nun die bestmögliche Unterstützung geben zu können, hat das Ratsgymnasium die Sprachlernklasse beantragt. Mindestens zehn förderbedürftige Kinder sind für einen solchen Antrag bei der Landesschulbehörde notwendig, am Ratsgymnasium sind es 14. Das Problem: Die Schüler sind zwischen 11 und 18 Jahren alt, sie besuchen die Klassen fünf bis zehn. „Wir müssen geeignete Themen finden, an die alle andocken können“, sagt Fellmann.

In der neuen Sprachlernklasse erhalten die Schüler zunächst 30 Wochenstunden Deutschunterricht, zusätzlich nehmen sie am Nachmittagsunterricht in den Regelklassen und an den Arbeitsgemeinschaften teil. „Wir wollen die Schüler schrittweise integrieren“, sagt Schweer. Deshalb würde in einigen Deutschstunden der Fokus auf bestimmte Fächer - etwa Naturwissenschaften, Kunst oder Sport - gelegt werden. „Im Vordergrund steht aber immer der Spracherwerb“, betont Schweer.

Vieles würde sich noch entwickeln. „Wir sind ja erst gestartet“, sagt Fellmann, die auch weitere Herausforderungen auf das Projekt zukommen sieht. „Wir werden sehen, inwieweit die Herkunft und das Erlebte der Kinder auch Thema im Unterricht sein wird.“ Mann wolle ihnen den Raum geben, zu erzählen und zu verarbeiten. „Aber das ist natürlich auch für uns eine neue Situation“, sagt Fellmann. „Eine Lehrkraft hat sich in diesem Bereich bereits weitergebildet. Sie wird uns nun intern schulen. Denn viele dieser Kinder haben Dinge erlebt, die einfach unvorstellbar sind.“

ju

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