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Finanzkrisen-Moritaten und „Geiselnahme“

Peine Finanzkrisen-Moritaten und „Geiselnahme“

Ach ja, es war die gute alte Zeit, als der Begriff Banker zum Schimpfwort wurde, als sicher angelegte Vermögen für das Alter sich im „Anlage-Restrisiko“ in Nichts auflösten und zuvor gut situierte und friedliche Otto-Normalverbraucher-Anleger ihren Anlageberatern gerne bei Nacht und Nebel aufgelauert hätten.

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Das Geld ist weg: Auf der Bühne der Peiner Festsäle kam es deshalb zur „Geiselnahme“.

Quelle: Isabell Massel

Vorgekommen ist das vor sechs Jahren in Rheinland-Pfalz tatsächlich - Läster-Lyriker Hans Scheibner nahme diese reale Entführung zum Anlass, eine Art Finanzkrisen-Moritatenshow für die Bühne zu verfassen, die unter dem Titel „Geiselnahme“ nun auch am Finanzplatz Peine in den Festsälen Station machte.

Und gleich zu Beginn fällt auf: Diesen beschaulichen Klamauk hätte das gute alte Scheibner-Lästermaul auch gut und gerne dem Ohnsorg-Theater ins Textbuch schreiben können. Stattdessen hat es Hans-Christian Müller für die renommierten Hamburger Kammerspiele übernommen, den wirtschaftlichen Niedergang dreier Rentner und eines Zuhälters zu inszenieren.

Einer der alten Knaben hätte trotz seiner Parkinson-Erkrankung seine Kohle gerne mit einer jungen hübschen Freundin auf „Malle“ verprasst, der andere mit dem ersparten eine Niere für seine Frau gekauft und der prostatagepeinigte Dritte hat eigentlich noch gar nicht richtig kapiert, dass die Kohle weg ist.

Sie fühlen sich von einem Berater namens Christian Mönchmeier (ein Schelm, der einen ähnlichen Namen im Ohr hat) über den Tisch gezogen und beschließen, ihn zu entführen, sich an ihm zu rächen und ihr Vermögen zurückzuräubern.

Allerdings kommt ihnen ein gleichfalls geschädigter Zuhälter zuvor, der sich dazu das gleiche Versteck wie die drei alten Knaben ausgesucht hat. Pikant: Seine „Mitarbeiterin“ ist gleichzeitig Enkelin eines betroffenen Rentners - und noch pikanter - die Freundin des fröhlichen Parkinson-Prassers.

Dem entführten Banker gelingt es, sich selbst aus der Affäre zu ziehen und die rachsüchtigen und nach wie vor gierigen Geschädigten mit Derivaten und Leerverkäufen seinerseits geschickt in die nächste Falle zu locken - wenn nicht vorher die Welt untergegangen wäre.

Zwischendurch „scheibnerweise“ satirisches Liedgut, das in heutigen Zeiten von Mini-Zinsen, Deflation und aktueller Weltnachrichtenlage wie aus einer schönen guten Welt wirkt.

Die Bühnenmannschaft indessen scheinen mit den Gags und Sprüchen ebenso Spaß an dem Bühnenschmarrn zu haben wie das Publikum, das sich herzlich amüsiert, freundlich applaudiert und vielleicht beim nächsten Besuch am Bankschalter etwas Lustiges vom letzten Theaterbesuch zu erzählen hat.

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