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Faust: Erster Teil der Tragödie forderte und begeisterte das Publikum

Peine Faust: Erster Teil der Tragödie forderte und begeisterte das Publikum

Peine . Leichte Kost war es nicht, die das Ensemble des Theaters für Niedersachsen (Hildesheim) am Montagabend den Zuschauern in den ausverkauften Peiner Festsälen bot: Faust, der Tragödie erster Teil. Eine Mischung aus klassischen Dialogen, sehr modernen Szenen, minimalistischen Bühnenbildern und manchmal nahe an der Grenze zum Obszönen - für Faust-Kenner war Goethes Schauspiel leicht zu durchdringen und eine Neuinterpretation verschiedener Aussagen möglich.

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Peiner Festsäle: Das Theater für Niedersachsen aus Hildesheim brachte Goethes Faust in einer ganz eigenen Darstellung auf die Bühne. Den Zuschauern gefiel es.

Quelle: ISABELL MASSEL

Doch für die „Neuen“, die noch nicht so sehr mit dem Stoff in Berührung gekommen waren, oder diejenigen, die den klassisch inszenierten Stücken anhängen, war es anfangs schwierig.

Die Kernaussagen und die Frage nach dem „Was die Welt im Inneren zusammenhält“ wurden wunderbar herausgearbeitet, doch wurde - meist gekonnt - versucht, das Stück in die jetzige Zeit zu transportieren. Manches, wie die Szene in Auerbachs Keller, fiel dem zum Opfer. Manches wie die „Hexenküche“ wurde sehr überspitzt. Die Walpurgisnacht war schrill. Großartig: Fausts Osterspaziergang wurde mit einer türkischen Familie, die vor dem Tore grillte, und einer sehr lässigen Rezitation das Hochtrabende genommen und eine in die Zeit passende Interpretation gegeben.

Als suchenden, pessimistischen, verzweifelnden und zweifelnden Mann mit melancholischen Zügen und einer verhaltenen Gestik - so stellte Rüdiger Hellmann seinen Faust dar. Ein Sympathieträger war er nicht, doch von sich einnehmend. Ganz anders Mephisto: In dieser Inszenierung war er mehr Partner als denn ein dunkler Teil von Fausts Wesen - die Interpretationsmöglichkeiten sind ja sehr unterschiedlich. Moritz Nikolaus Koch gab diesem Mephisto eine bitterböse Note gepaart mit wunderbarem Sarkasmus und großartiger Wandelbarkeit seiner Stimme.

Verhaltener Applaus begleitete die Darsteller in die Pause, das Peiner Publikum wusste „noch nicht so recht, was es davon halten sollte“. Atemberaubend ging es nun weiter: Eine Schlager singende Marthe (Simone Mende) und ein naiv neugieriges sowie schließlich sich hingebendes Gretchen (Joëlle Rose Benhamou) beeindruckten die Zuschauer. Fausts Erkenntnis der eigenen Bösartigkeit kam zu spät, Gretchen führte ihm die Schlechtigkeit der Welt vor Augen. So hatte er das alles nicht gewollt. Doch nun, am Ende, wussten die Peiner, wie sie es fanden: Bravo und donnernder Applaus.

gs

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