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Faszinierendes Theater mit "Monsieur Ibrahim"

Peine Faszinierendes Theater mit "Monsieur Ibrahim"

Peine. Es war ein besonderer Theaterabend am Mittwoch in den Peiner Festsälen. Aufgeführt wurde „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“, zu sehen waren Ilja Richter (in den Hauptrollen) und Kim Pfeiffer (in den Nebenrollen).

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Halb erzählte, halb spielte Ilja Richter in beiden Hauptrollen die Geschichte.

Quelle: im

Weltweit berührte die Geschichte des 13-jährigen Juden Moses und seines väterlichen Freundes, dem Ladenbesitzer Monsieur Ibrahim, die Menschen. Der Autor Eric-Immanuel Schmitt wurde dafür mehrfach ausgezeichnet, das Buch in zahlreiche Sprachen übersetzt. Nun war die Geschichte in den Peiner Festsälen zu sehen. Im Anschluss trafen sich die beiden Schauspieler mit Peiner Schülern.

Halb erzählte, halb spielte Ilja Richter abwechselnd als Moses und als Monsieur Ibrahim dicht an der Vorlage entlang, wie der einsame, ungeliebte Junge und der scheinbar unnahbare Ladenbesitzer allmählich Freunde werden.

Dabei gelingt es dem Mimen hervorragend, in Sekundenbruchteilen zwischen den beiden so unterschiedlichen Charakteren hin und her zu springen. Faszinierend: Der inzwischen 60-Jährige spielt auch den Jungen in seiner liebenswerten pubertären Schlacksigkeit sehr glaubwürdig. Er ging so in den Rollen auf, dass er sich nach dem Bühnentod von Monsieur Ibrahim zwei Tränen aus den Augen wischen musste, obwohl er mit Stück schon seit fünf Jahren auf der Bühne steht.

Ihm zur Seite steht Kim Pfeiffer, die mitunter in überraschend schneller Folge mit Kostümwechseln auf der Bühne in alle Nebenrollen von den Pariser Bordsteinschwalben bis hin zu beiden Elternteilen von Moses schlüpft. Ebenso angenehm sparsam wie die Besetzung ist das Bühnenbild.

Das Publikum verlieh seiner Begeisterung mit dem wohl schönsten Lob Ausdruck: Es erhob sich zum Schlussapplaus von den Plätzen.

Fazit: Die Geschichte ist als Schauspiel mindestens so schön wie das Buch. Die Berufsbildenden Schulen in Vöhrum sind eine von vielen Schulen im Peiner Land, die mit dem Kulturring Peine eine Kooperations-Vereinbarung geschlossen haben (PAZ berichtete mehrfach). Nun gilt es, diese Kooperationen mit Leben zu füllen. Der Anfang ist gemacht: Nach der Vorstellung von „Monsieur Ibrahim“ trafen sich die beiden Schauspieler Kim Pfeiffer und Ilja Richter mit 95 Schülern des zwölften Jahrgangs der Fachoberschule Wirtschaft und Technik, die zuvor sowohl die literarische Vorlage gelesen als auch das Theaterstück gesehen hatten.

Die Schüler hatten viele Fragen und keine Berührungsängste. „Wie schafft man es, fast ein ganzes Buch auswendig zu lernen?“ fragte ein junger Mann sichtlich beeindruckt. Zuvor hatten die Schüler schon festgestellt, dass der Text des Schauspiels in weiten Teilen mit dem Roman identisch ist. „Das könnte jeder von Ihnen auch“, wiegelt Pfeiffer ab. Auswendig lernen sei eine Technik, die man üben könne.

„Warum sind Sie Schauspieler geworden?“, „Wie ist es, immer in andere Charaktere zu schlüpfen?“, „Nimmt man Züge der jeweiligen Rolle an?“ Diese und viele weitere Fragen prasselten auf die beiden Schauspieler ein und wurden sehr ehrlich und ausführlich beantwortet.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Schüler von den kritischen Worten zu Fernseh-Formaten wie „Deutschland sucht den Superstar“. „Da geht es nicht um Talentsuche oder -förderung, sondern da werden junge Leute vorgeführt. Das tut mir sehr weh, denn ich mag junge Menschen“, echauffierte sich Richter.

Dann plauderte er von seiner Zeit als Showmaster der Musiksendung „Disco“, an die sich die Lehrerinnen noch gut erinnern. „Ich war ein schräger Typ, sah aber aus wie ein Banklehrling“, fasst Richter zusammen.

Dann erzählte er davon, dass er als Synchronsprecher gearbeitet hat. Spontanen Applaus gab es, als er mit der Stimme des Erdmännchens Timon das Lied „Hakuna Matata“ aus dem Film „König der Löwen“ anstimmte. Etliche der Schüler sangen mit – und Richter war sichtlich gerührt.

wos

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