Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Familie aus Afghanistan fand in Peine ihr Glück

Peine Familie aus Afghanistan fand in Peine ihr Glück

Peine. „Ich bin im Krieg groß geworden“: So fängt Ali Zarabis Geschichte an, der heute mit seiner Frau Tamana und seinen drei Kindern in Peine lebt - und nun, nach vielen Strapazen, in Ruhe und Frieden Weihnachten feiern kann.

Voriger Artikel
„Bingobär“, Kelly-Konzert und Schnäppchen
Nächster Artikel
Stürmischer Applaus für fulminante Vorstellung

Haben in Peine eine Heimat gefunden: (von links) Tamana, Ali, Ramin und Iman Zarabi – es fehlt der sechsjährige Armin, der beim Fototermin noch die Schulbank drückte.

Quelle: bol

Ali war 16 Jahre alt als sein Schicksal in Afghanistan seinen Lauf nahm. Es war das Jahr 1993. Krieg. Bomben fielen. An ein normales Leben war nicht zu denken. „Mein Bruder war in der Armee. Meine Mutter sah keinen anderen Ausweg, als mich wegzuschicken. 52 Tage dauerte es zu Fuß bis nach Pakistan. Dann weiter in den Iran. Dort habe ich anderthalb Jahre gearbeitet. Anschließend ging ich nach Russland“, erzählt der 38-Jährige.

„Dort habe ich in einem Großmarkt gearbeitet - bei minus 30 Grad. Für weniger als einen Euro pro Stunde.“ Nur so hatte Ali Zarabi eine Chance, seiner Familie das Überleben im Kriegsgebiet zu ermöglichen. „Irgendwann traf ich einen anderen Afghanen. Der brachte mich auf den Gedanken, nach Deutschland zu kommen. 3600 Dollar sollte ich dafür bezahlen. Ich gab ihm das Geld, und er brachte mich auf ein Schiff, das in Hamburg anlegte. Da ich nicht wusste, wie es weitergehen sollte, meldete ich mich in meiner Verzweiflung bei der Polizei und wurde ins Gefängnis gesteckt. Nun hatte ich 3600 Dollar für nichts bezahlt. Irgendwann bekam ich eine Duldungserlaubnis, lernte in Helmstedt Pano kennen und als dieser sein Restaurant, das heutige Maxim, eröffnete, nahm er mich mit nach Peine. Ich sollte unbedingt für ihn arbeiten.“

Zehn Jahre später flog Zarabi in seine alte Heimat. „Das zerstörte Land zu sehen, hat mich fertig gemacht - bis heute habe ich Depressionen. Aber ich habe meine Frau kennengelernt, und es hat - wie sagt man in Deutschland - sofort gefunkt.“ Die beiden heirateten und leben als Patchworkfamilie - Ali Zarabi hat einen 15-jährigen Sohn mit einer Deutschen - alle zusammen in Peine.

Tamana Zarabi erzählt: „Ich hatte in Kabul keine Kindheit. Durfte nie raus. Musste kochen und putzen. Durch Ali lernte ich ein anderes Leben kennen. Ich kann heute selbst über mich bestimmen. Und ich helfe gerne anderen Menschen aus anderen Ländern. Bei der Caritas habe ich mich zur Familienhelferin und Kulturdolmetscherin ausbilden lassen. So kann ich anderen helfen, sich hier zurecht zu finden,“ erzählt die 28-Jährige, die mit ihrer Familie auch die deutsche Weihnacht feiert. „Na klar feiern wir das. Wir haben immer einen Weihnachtsbaum, und mein Jüngster kommt mit ganz vielen Weihnachtsliedern aus dem Kindergarten nach Hause.“

Abschließend sagt Ali Zarabi: „Wenn ich in den Nachrichten verfolge, wie es meinen Landsleuten geht, dann kommen mir die Tränen. Es kann doch nicht sein, dass Menschen im Meer ertrinken, weil es überall Krieg gibt. Hätte ich einen Wunsch frei, würde ich mir wünschen, dass die ganze Welt endlich ihren Frieden findet.“

bol

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadt Peine

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Rückbau auf dem Telgter Elmeg-Gelände
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung