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Fährunglück: Trauer um tote 15-Jährige

Peine Fährunglück: Trauer um tote 15-Jährige

Peine . Sie war erst 15 Jahre alt, und schon musste sie sterben. Das Unglück der jungen Peinerin R., die am 28. Dezember bei dem Feuer auf einer Fähre vor der italienischen Adria-Küste gestorben ist, berührt die Peiner - auch in den neuen Medien.

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Nach dem Fährunglück vor der Adria-Küste: Italienische Rettungskräfte haben mit Rettungsbooten Verletzte sicher an Land gebracht und Leichen geborgen.

Quelle: A

Im Internet und auf Facebook wird sie als Heldin gefeiert. Anstoß dazu gab Mohamed H., der Einzelheiten zu der Tragödie an Bord der ,Norman Atlantic‘ auf Facebook veröffentlicht hat.

Demnach will Mohamed H. wissen, wie die Peinerin, die aus einer libanesischen Familie stammt, ums Leben kam. Er schreibt: „R., ein Mädchen, das vielen Menschen das Leben gerettet hat, aber selbst ums Leben kam. 15 Jahre und schon so mutig. Es war tief in der Nacht, es brach ein riesiges Feuer aus auf der Norman Atlantic in der Adria. (...) Als R. den Brand erkannte, hat sie umgehend fast alle Menschen an Bord geweckt. Sie ist durch das Schiff gelaufen und hat allen gesagt, dass es brennt. Die Mutter sagte zu ihrem Mann: ‚Nimm unsere zwei Töchter (...) und ich werde meinen Neffen begleiten.‘ Nun haben sich die Wege getrennt. Die Mädchen und ihr Vater wollten nun in die Rettungsboote. Die Tochter K. und der Vater saßen schon drin, doch R. verfehlte den Sprung. Die Wellen waren so stark, dass jede Hilfe nutzlos war. Ein paar Tage später wurde ihre Leiche an der albanischen Küste gefunden. Bis jetzt fehlt immer noch jede Spur der Mutter und des Neffen.“

Eine berührende Geschichte, doch woher diese detaillierten Infos kommen, ist noch nicht geklärt. Fakt ist aber: Die 15-Jährige ist binnen kürzester Zeit für viele Peiner zur Heldin geworden. „Deine Heldentat wird immer in Erinnerung bleiben“, schreibt Mohamed H. weiter. „Ich bitte euch alle, Gebete für diese Familie zu verrichten.“

Und diesem Aufruf folgten Hunderte Peiner. Beileidsbekundungen und Worte der Anteilnahme gehen seit Tagen durch das Internet (siehe Stimmen rechts). Auch in der St.-Jakobi-Kirche wurde der verstorbenen 15-Jährigen am Wochenende gedacht und für ihre noch immer vermisste Mutter gebetet. „Freunde und Mitschüler kamen auf mich zu, mit der Bitte, in der Kirche trauern zu können“, schildert Beate Lenz, Pastorin im Ehrenamt. Liebevoll gestalteten die Schüler für eine Trauerstunde am Samstag einen Altar mit Kerzen, Blumen und Bildern der Verstorbenen. „Zunächst wollten sie, dass ich keine Worte spreche. Doch dann wurde ihnen die Stille unerträglich“, sagt Lenz. „Ich habe dann Psalmen gesprochen, das Vaterunser gebetet und wir sprachen über das Mädchen.“

Für die Kirche sei es eine Selbstverständlichkeit, den Betroffenen einen Raum zum Trauern zu geben, so Superintendent Dr. Volker Menke, der persönlich ebenfalls tief betroffen ist und mit den Angehörigen fühlt. „Konfessionen spielen keine Rolle. Ich finde es schön, dass einem muslimischen Mädchen in unserer Kirche gedacht wird.“ Auch die Gottesdienstgemeinde zeigte sich am Sonntag sehr ergriffen. Pastor Frank Niemann sprach in seiner Predigt unter anderem auch über die 15-jährige Peinerin und fand passende Worte über Leben, ewiges Leben und Hoffnung.

Für die Mitschüler der jungen Peinerin ist heute der erste Schultag nach der Tragödie. „Die Schulleitung ist tief bestürzt und trauert mit den Betroffenen. Der Familie gilt unser ganzes Mitgefühl“, sagt Hans-Olaf Meyer-Grotjahn, stellvertretender Schulleiter der IGS Vöhrum, die das Mädchen besuchte. „Unsere Lehrkräfte werden behutsam mit den Schülern darüber sprechen und ihnen zur Seite stehen. Sie haben viel Fingerspitzengefühl und werden nicht direkt zum Schulalltag übergehen.“

Von Janine Kluge

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