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Experte rät zu Verzicht auf Handy und Tablet

Peine Experte rät zu Verzicht auf Handy und Tablet

Peine. In der guten alten Zeit galt „wisch und weg“ noch als Reklamespruch für saugfähige Haushaltstücher. Wer heute fortwährend mit den Fingern über den Bildschirm seines mobilen digitalen Endgerät wischt, folgt nicht übersteigerter Reinlichkeit, sondern leidet im schlimmsten Fall bereits unter ernsten psychischen Erkrankungen.

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Experte: Dr. Harald Walter warnt vor zu viel Gebrauch von digitalen Endgeräten.

Quelle: Ulrich Jaschek

„Mir ist zunächst in meiner täglichen psychotherapeutischen Arbeit aufgefallen, dass viele inzwischen große Schwierigkeiten haben, ihre eigenen Körpersignale wahrzunehmen und zu spüren, was Situation und Gefühle mit ihnen anstellen“, erklärt der Peiner Arzt Dr. Harald Walter.

So bestätigen seine Erfahrungen das, wovor immer mehr Studien warnen: Unter anderem eine Art von „Gefühls-Legasthenie“, ausgelöst durch übermäßigen und unkontrollierten Umgang mit Handy, Tablet und Co.

Häufig beobachtet: Auf dem Esstisch liegt das Smartphone oft griffbereit und wird ständig benutzt, während die verbale Kommunikation bei Tisch so gut wie abgestorben ist. Ob bei der Arbeit, in der Freizeit, beim Einkauf oder beim Sport: Köpfe tauchen von kurzen Phasen des Aufrichtens unterbrochen in den Schimmer digitaler Endgeräte, was nachweislich ungünstige Veränderungen im Gehirn zur Folge habe, warnt der Mediziner.

Eine Folge ist die Unfähigkeit, nonverbale Körpersprache und Mimik wahrzunehmen, „zu spüren, wie uns Menschen begegnen mit ihren Gefühlen und Befindlichkeiten“. Der stark geneigte Oberkörper führe nicht oft zu dauerhaften Haltungsschäden und auf längere Sicht auch zu Depressionen.

Als besonders alarmierend empfindet es Walter jedoch, dass selbst jüngste Kinder den schädlichen Auswirkungen der Nutzung digitaler Medien teilweise längere Zeit ausgesetzt sind. „In der Prägungsphase bis zum fünften Lebensjahr ist das besonders unheilsvoll“, erklärt der Arzt. Übernehmen Tablet oder Smartphone anstelle der Eltern die Kommunikation, bleibe das so vermittelte „Neue“ ohne Nachhalt und verursache darüber hinaus „dramatisch fehlerhafte Gehirnentwicklungen“ bis zum Suchtverhalten.

Walter empfiehlt Eltern nicht nur eindringlich, Kinder bis zu drei Jahren konsequent von digitalen Medien fernzuhalten, sondern auch beim Kontakt mit ihren Kindern auf den Gebrauch von digitalen Endgeräten zu verzichten.

Kinder und Jugendliche ganz von Endgeräten fernhalten? „Natürlich unmöglich“, sagt der Psychotherapeut, rät aber Eltern, über die Nutzung mit ihren Kindern zu verhandeln, „Verträge“ (auch gegen Belohnungen) zu schließen. Sonst drohe eine rigorose und nur noch schwer zu beseitigende kindliche oder jugendliche Respektlosigkeit. „Das Smartphone ist dann endgültig wichtiger als Mama und Papa“ - von den negativen Entwicklungen im Erwachsenenalter ganz zu schweigen.

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