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Ex-„Super-Nanny“ Saalfrank: Erziehungstipps bei Gillmeister

Peine Ex-„Super-Nanny“ Saalfrank: Erziehungstipps bei Gillmeister

Die Welt zu reformieren heiße, die Erziehung zu reformieren forderte schon der von den Nazis 1942 in Treblinka ermordete polnische Kinderarzt und Pädagoge Janusz Korczak. So, oder so ähnlich scheint es auch Diplompädagogin Katharina Saalfrank in ihrem neuen Buch „Du bist okay, so wie du bist“, zu fordern. SPD-Wahlkämpfer Hubertus Heil hatte die einstige „RTL-Super-Nanny“ für einen Auftritt in Gillmeisters gläserner Bücherburg gewonnen. Das Haus war ausverkauft.

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Ausverkaufte Buchhandlung: Hubertus Gillmeister begrüßte das vorwiegend weibliche Publikum.

Quelle: im

Dieser Auftritt sei ihre erste Lesung in einer Buchhandlung sagt sie und stellt Fragen: Wer im Publikum Kinder habe und wer ihr Buch kenne? Die auf die letzte Frage eher zurückhaltende Publikumsreaktion veranlasst die Autorin zu einer sowohl rhetorischen als auch inhaltlichen Glanzleistung.

Im Plauderton erzählt sie über Ergebnisse aus Hirnforschung und Entwicklungspsychologie, übt lächelnd harsche Kritik an der etablierten (auch schulischen) Erziehung, die sie gleichsetzt mit durch elterliche Gewalt erzielte kindliche Anpassung und will ihr Buch nicht als Ratgeber sondern als Ideen- und Impulsgeber für neue Beziehungswege zwischen verantwortungsvollen Eltern und ihrem Nachwuchs verstanden wissen.

In knapp anderthalb Stunden zerlegt die Frau das, was seit Generationen als Erziehung gilt: elterliche Macht und kindliche Ohnmacht. Saalfranks Botschaft: „Eltern können ihre Machtposition aufgeben und sich trauen, in eine echte Beziehung zu ihren Kindern zu treten.“ Wer Kinder allerdings zu bestimmtem Verhalten durch Anweisung und Strafe bringen wolle, verfalle automatisch in einen unsinnigen Machtkampf, der den Alltag für Eltern und Kinder unnötig erschwere. Beispiel: Aufräumaktion im Kinderzimmer, die oft in Strafe und Schluchzen ende. Ihr Gegenentwurf: Vorleben statt Vorschriften. Die Entwicklung von familiären Ritualen beispielsweise ersetze starre Vorschriften.

Aha-Erlebnisse, die auch ein unterrepräsentiertes Mitglied der Zielgruppe beeindruckt: Ein Neunjähriger (!) hat sich mit seiner Großmutter unter das Publikum gemischt und wird nun Saalfrank-Leser: „Da erfahre ich bestimmt mehr über mich.“ Kurzkritik: Familien-Pflichtlektüre!

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