Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Ex-Bordellbetreiber wegen Steuerhinterziehung vor Gericht

Peine/Hildesheim. Ex-Bordellbetreiber wegen Steuerhinterziehung vor Gericht

Wurde der Peiner Rosenclub zwischen 2002 und 2007 nun als Bar mit Zimmervermietung oder als Bordell betrieben? Aus steuerlicher Sicht ein Unterschied, der den damaligen Betreiber wegen Steuerhinterziehung vor Gericht gebracht hat. Der 54-Jährige Braunschweiger soll nach Schätzung der Finanzbehörden Steuern in Höhe von rund 400 000 Euro hinterzogen haben. Jetzt stand er vor dem Landgericht Hildesheim.

Voriger Artikel
„Tag der Posaunenchöre“ in evangelischer Kirche Vöhrum
Nächster Artikel
Patienten-Rundschau fürs Klinikum präsentiert

Verteidiger (r.) und Angeklagter: Am Donnerstag wurde in Hildesheim verhandelt.

Quelle: bar

Laut Anklage habe der Mann in seinen Steuererklärungen und Voranmeldungen etwa bei den Einnahmen durch Getränkeverkauf den Anteil der Animier-Damen immer schon vorab abgezogen. Auch bei den sogenannten Zimmergängen habe er nur angegeben, was nach Abzug der Einkünfte der Prostituierten übrigblieb.

Der Steuerberater habe seinem Mandanten dazu geraten, den Rosenclub als Bar mit Zimmervermietung anzumelden, erklärte Rechtsanwalt Wolfgang Ebel. Der Betreiber habe also nicht vorsätzlich falsch gehandelt. Dem widersprach die Vertreterin der Finanzbehörde, Ulrike Ruhe. Es komme auf die praktische Umsetzung des Geschäftsmodells im Betrieb an.

Der Angeklagte hatte dazu angegeben, die Frauen hätten jeweils gegenüber den Bargästen die Endpreise für Getränke und damit ihren eigenen Verdienstanteil festgesetzt. Ebenso hätten sie für ihre Dienste im Zimmer direkt abkassiert und an ihn dann den Mietanteil bezahlt.

Die Ermittlungen der Anklage hatten jedoch ein anderes Bild ergeben. Demnach sei der Angeklagte als Gesamtunternehmer aufgetreten. So beschrieb es auch eine Zeugin: Sie hatte bis 2004 als Prostituierte, danach als Tresenkraft im Rosenclub gearbeitet. Es hätten Getränkekarten mit festen Preisen ausgelegen. So habe eine Flasche Sekt den Gast 105 Euro gekostet, wovon 50 Euro der Frau zustanden, die ihn bediente. Die Getränke seien an der Bar bezahlt worden, zum Feierabend erhielten die Frauen dann ihren festgelegten Anteil. Gingen die Damen mit einem Gast aufs Zimmer, habe der 150 Euro die Stunde zahlen müssen, wovon die Prostituierte 80 Euro für sich behalten habe.

Der Angeklagte hatte sich schon vor dieser Aussage auf eine Vereinbarung der Prozessbeteiligten eingelassen. Er räumte die Steuerhinterziehung ein, dafür stellte das Gericht eine Strafe zur Bewährung in Aussicht. Die übrigen Zeuginnen mussten nicht mehr gehört werden. Das Urteil lautete schließlich ein Jahr und zehn Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung mit der Auflage von 450 Arbeitsstunden. Eine Geldauflage kam nicht infrage, da der 54-Jährige Privatinsolvenz angemeldet hat. Das Bordell hatte er schon 2009 abgegeben.

bar

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Bombendrohnung in der Peiner City
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung