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„Es wird kein Halteverbot geben!“

Vöhrumer Straße „Es wird kein Halteverbot geben!“

Ein heftiger Streit ist entbrannt. Muss es an der Vöhrumer Straße ein Halteverbot für parkende Autos geben, um dort drohende Auffahrunfälle zu vermeiden? „Nein“ – sagen Stadt und Polizei. Viele Peiner sehen das anders.

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Um die Vöhrumer Straße in Peine geht es: Parkende Autos sorgen dort für Unfallgefahr.

Quelle: cb

Peine . Große Mehrheit: Laut einer Internet-Umfrage hier auf PAZ-Online, an der sich bis Freitagabend 500 Personen beteiligt haben, sprechen sich 86 Prozent für ein Halteverbot an der Vöhrumer Straße aus. Das Problem: In Fahrtrichtung Peine stehen ständig bis zu zehn parkende Autos auf der rechten Spur. Deswegen müssen die Autofahrer auf die linke Spur ausweichen. Oft würden sie jedoch die parkenden Wagen zu spät sehen, stark bremsen und im letzten Moment nach links ausscheren – ohne zu blinken. Es drohen Unfälle.

Jetzt melden sich Stadt und Polizei Peine zu Wort. In einem Schreiben von Bürgermeister Michael Kessler (SPD) und Polizei-Chef Thomas Bodendiek betonen beide, „dass es sich dort nicht um einen Unfallschwerpunkt handelt“. Dies werde durch die Unfallzahlen eindeutig belegt. Im Jahr 2009 hätten sich drei Verkehrsunfälle ereignet. Diese seien jedoch alle auf der gegenüberliegenden Seite geschehen. Als Unfallursache habe man Vorfahrts-Missachtung festgestellt. Alle Unfälle seien nahe der Ein- und Ausfahrten der Supermärkte passiert.

Weiter heißt es: „2010 kam es auf diesem Streckenabschnitt bisher zu keinem Verkehrsunfall.“ Ein Halteverbot sei rechtlich nicht haltbar. Und neue Schilder wären kontraproduktiv zur „Abholzung des Schilderwaldes“.

Parkende Fahrzeuge würden auch zu einer Art „Verkehrsberuhigung“ beitragen, indem sie die Geschwindigkeit der Autofahrer reduzieren. Sie seien dann verpflichtet, ihre Fahrweise anzupassen. Dazu gehöre auch, langsamer als die erlaubten 60 Stundenkilometer zu fahren.

Auf dieser vielbefahrenen Straße können laut Stadt und Polizei Unfälle auch für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden. Die Ursache dürfe dabei aber nicht an zu wenig Schildern liegen, sondern an zu hohem Tempo der Autofahrer. Abschließend heißt es: „Die Einrichtung eines Halteverbotes würde den Verkehr noch schneller fahren lassen. Aus diesen Gründen wird es in absehbarer Zeit in der Vöhrumer Straße kein Halteverbot geben.“

Was meinen Sie: Muss es ein Halteverbot an der Vöhrumer Straße geben? Machen Sie mit bei der Umfrage auf PAZ-Online.

Thomas Kröger

Kommentar: Erklärungsnöte drohen

Zynische Debatte um die Vöhrumer Straße: Da melden sich zahlreiche Peiner bei der PAZ und beklagen sich über die steigende Unfallgefahr auf dieser vielbefahrenen Straße – doch es passiert nichts. Jeder, der dort schon einmal gefahren ist, weiß, wovon die Rede ist. Zahlreiche parkende Autos stehen auf der rechten Spur und verengen die Straße auf eine Fahrbahn. Es drohen Auffahr-Unfälle.

Daher ist es gut und richtig, dass die Bürger darauf hinweisen, dass diese Stelle entschärft werden muss. Und man muss nicht automatisch ein Raser sein, um in diese gefährliche Situation zu geraten. Bei starkem Berufsverkehr fährt man dort automatisch in einer langen Autoschlange. Wenn dann plötzlich die Wagen blinkend auf die linke Spur wechseln müssen, kommt es zu heiklen Szenen. Auf der linken Spur fahren natürlich auch Autos, man kann nicht einfädeln, und daher staut sich auf der rechten Spur in Sekundenschnelle der Verkehr. Die Unfallgefahr ist dann groß – bei Tempo 60.

Und daher ist es ebenso gut und richtig, dass sich Bürger darüber Gedanken gemacht haben, wie man dieses Problem lösen kann. Deswegen wurde beispielsweise ein Halteverbot vorgeschlagen, um den eigentlich vierspurigen Verkehr wieder flüssiger machen zu können.

Doch anstatt endlich auf die Sorgen der Peiner einzugehen und nach einer Lösung zu suchen, erklären Stadt und Polizei lapidar, dass ein Halteverbot nicht möglich sei und, dass es dort in der letzten Zeit keine Unfälle gegeben habe. Und sie gehen noch weiter und bezeichnen die parkenden Autos gar als „eine Art Verkehrsberuhigung“ für Raser.

Das ist zynisch, denn nicht alle fahren zu schnell und ein schwerer Zusammenstoß mit dieser „Art Verkehrsberuhigung“ wäre verhängnisvoll. Hoffen wir, dass das nie passiert! Das wäre schrecklich – und Stadt sowie Polizei kämen in Erklärungsnöte.

Thomas Kröger

t.kroeger@paz-onlinde.de

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