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Erwin Günter geht in den Ruhestand

Peine Erwin Günter geht in den Ruhestand

Sein Traum war es, Verhaltensforscher oder Tischler zu werden - das Leben hat ihn aber in eine andere Richtung geführt. So wurde aus dem frischgebackenen Juristen vor genau 35 Jahren Geschäftsführer der Peiner Kreishandwerkerschaft.

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Erwin Günter verlässt nach 35 Jahren die Peiner Kreishandwerkerschaft.

Quelle: mgb

Peine. Heute gibt Erwin Günter offiziell sein Amt ab, denn „jetzt ist genau die richtige Zeit dafür.“

Wenn man genau darauf achtet, schwingt etwas Wehmut in seiner Stimme, wenn der 65-Jährige von seinen Aufgaben erzählt, die er in all den Jahren bewältigt hat. Am liebsten erinnert er sich jedoch an spannende Gerichtsprozesse, in denen er in seiner Funktion als Anwalt Innungsmitglieder vor dem Gericht vertreten hat. „In einem Fall habe ich einen Arbeitgeber unterstützt, dessen Geselle beschuldigt war, heimlich Dachlatten des Betriebs zu verkaufen“, erinnert sich der 65-Jährige. Vor Gericht hatte es aber nur einen Zeugen gegeben - und zwar den Käufer dieser Ware. Nachdem die Richterin ihm aber eindringlich zu verstehen gegeben hatte, dass Falschaussagen erhebliche Strafen mit sich zögen, bekam der Zeuge weiche Knie, sagte nicht aus und die Anklage wurde sofort fallengelassen. „Ich habe mich noch nie so geärgert wie an diesem Tag.“

Seinen Mandanten hat er in den Jahren immer voll und ganz vertraut. „Leider haben es die Peiner Handwerker nicht immer leicht. Im Laufe der Zeit wurden sie manchmal in Reibereien verwickelt“, schildert Günter. Die Kunden würden nämlich immer höhere Ansprüche stellen - das sei aber nicht immer einfach zu erfüllen. „Die Peiner können sich aber definitiv auf ihre Handwerker verlassen. Wir haben hier sehr gute und ehrliche Menschen vor Ort“, betont Günter. Er wünscht sich auch, dass hiesige Lebensmittelhandwerker mehr unterstützt werden. „In Peine gibt es nur noch einen Fleischer, der in der Innung ist - zu meiner Anfangszeit waren das deutlich mehr.“

Doch dass der 65-Jährige einmal so viel Herzblut in seine Arbeit stecken würde, hatte er damals nicht gedacht. Denn: Eigentlich wollte der Jurist nicht die gesamte Zeit nach dem Studium bei der Kreishandwerkerschaft verbringen. „Ursprünglich hatte ich zwei Jahre angedacht, um Berufserfahrung zu sammeln. Im Endeffekt haben mich aber die Peiner Handwerker mit ihrer offenen und freundlichen Art hier festgehalten“, sagt der 65-Jährige schmunzelnd.

Der gebürtige Sauerländer kennt die Fuhsestadt übrigens schon sehr lange. Damals als er als Soldat in Pinneberg und später in Celle stationiert war, lernte er einen Rosenthaler Kameraden kennen. „Manchmal sind wir gemeinsam nach Peine gefahren - und jedes Mal wenn wir hier waren, dachte ich mir: Das ist wirklich eine kleine, süße Stadt.“

Jetzt, wo er in den Ruhestand geht, will sich der 65-Jährige viel mehr um seine Familie kümmern. „Meine Tochter erwartet in Kürze Nachwuchs“, sagt er mit leuchtenden Augen und fügt strahlend hinzu: „Da ich früher leider so wenig Zeit für meine großartige Familie hatte, ist das fast so, als würde ich erneut Vater werden.“

mgb

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