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Erstmals Grafiken des Kreishaus-Anbaus

Kreis Peine Erstmals Grafiken des Kreishaus-Anbaus

Kreis Peine. Nun steht es fest: Das neue Nebengebäude des Kreishauses soll sich mit moderner Architektur in das Ensemble auf dem Schlossberg einfügen. Landrat Franz Einhaus (SPD) präsentierte das Konzept jetzt auf PAZ-Anfrage: So entstehen in dem Neubau 66 Arbeitsplätze. Bisher sind diese Stellen quer über das Stadtgebiet in angemieteten Räumen oder Büro-Containern verteilt.

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Der Landkreis Peine will auf dem Schlossberg mit dem neuen Nebengebäude mehr eigene Büroräume schaffen. Auffällig: Es gibt kein klassisches Dach mit Ziegeln.

Quelle: Grafik: Landkreis

Auffällig: Ein klassisches Dach mit Ziegeln gibt es nicht - Dach und Wände des Neubaus bestehen aus einem Material. Damit geht der Kreis architektonisch neue Wege. Doch trotz einer Investition von prognostizierten 3,6 Millionen Euro vermeide man langfristig Kosten, rechnet Kreisbaurat Wolfgang Gemba vor - auf 25 Jahre seien es etwa 1,8 Millionen Euro weniger, wenn der Kreis das kontaminierte Gebäude saniere und nicht Büroarbeitsplätze in der Stadt anmiete. Der Bund der Steuerzahler prüft derzeit diese Zahlen (PAZ berichtete).

Abriss und Neubau seien notwendig geworden, spätestens nachdem im Januar 2011 ein Unbekannter einen Brandanschlag auf das Kreishaus-Nebengebäude verübt hatte (siehe Info). Bereits vorher seien die bauliche Grundsubstanz, die energetische Qualität und die Barrierefreiheit des Gebäudes bedenklich gewesen, sagt der Leiter des Immobilienwirtschaftsbetriebes, Michael Schrader. So habe eine interne Prüfung ergeben, dass es 2010 - vor dem Anschlag - im Nebengebäude einen Investitionsstau von einer Million Euro gegeben habe.

Schrader betont: „Und dabei hätten wir keinen höheren Nutzwert gehabt.“ Im Nebengebäude befanden sich neben dem überdimensionalen Kreishaus-Saal aus dem Jahr 1953 nur acht Büros mit zwölf Arbeitsplätzen, die nach dem Anschlag hätten aufwendig saniert werden müssen.

Der Neubau hingegen soll Passivhaus-Standard besitzen. Zudem verspricht sich der Landkreis, dass spätestens mit der Einweihung 2015 auch die Büro-Container vom Jobcenter und dem Straßenverkehrsamt verschwinden. Denn auch dort seien die Energiekosten immens, so Schrader.

pif

Gemba: „Neubau ist kostengünstiger als Sanierung“

Kreis Peine. Der Neubau des Kreishaus-Nebengebäudes soll dem Landkreis in mehrerer Hinsicht dringend notwendige Entlastungen bringen. Doch allein schon die Ersparnis an Energiekosten für das alte Gebäude und die Miete von ausgelagerten Büros oder die 42Büro-Container, deren Nutzung baurechtlich ohnehin nur befristet zulässig ist, entlaste den Kreishaushalt – trotz der Investition von 3,6Millionen Euro.

Die Sanierung des kontaminierten Altbaus würde mit 1,6Millionen Euro zu Buche schlagen – nur um den alten Zustand wieder herzustellen. „Damit hätten wir einen Saal, der nicht behindertengerecht zugänglich ist, ein Gebäude, das nicht gedämmt ist und weiter Mietkosten für die Büros, die quer über die Stadt verteilt sind“, sagt Kreisbaurat Wolfgang Gemba. Rechne er zu den Sanierungskosten die laufenden Unterhaltungskosten, etwa für Energie, und die Miete für Büros, ergebe sich auf 25Jahre betrachtet eine jährliche Belastung von 245000Euro – inklusive Abtrag für die Investition. Die gleichen Grundlagen bei einem Neubau angesetzt – der Kreis spart Miete und Energie – kommt Gemba auf eine jährliche Belastung von 175000Euro, Zins und Tilgung eingerechnet.

Der Multifunktionsraum für Konferenzen und Besprechungen im Neubau liege behindertengerecht im Erdgeschoss und signalisiere mit seiner Fensterfront Transparenz. Der Leiter des Immobilienwirtschaftsbetriebs, Michael Schrader: „Wir haben verschiedene Möglichkeiten, den Raum aufzuteilen, um auch mehrere Veranstaltungen gleichzeitig organisieren zu können – oder eben vier Mal im Jahr Kreistagssitzungen im gesamten Raum.“ Das Gebäude werde auf der Grundfläche des Altbaus errichtet, auch der Keller habe exakt denselben Umfang. So sollen archäologische Grabungen möglichst nicht notwendig werden – der Kreis befinde noch in Abstimmung mit den Fachbehörden. Die 66Arbeitsplätze in den Stockwerken darüber seien offen, hell und modern gestaltet.

pif

KOMMENTAR

Mutiger Schritt

Zugegeben, der Anblick des neuen Kreishaus-Anbaus ist auf den ersten Blick – ungewöhnlich. Aber genau das macht moderne Architektur aus: Sie ist ein Hingucker. Und genau das wollen die Architekten auf dem Schlossberg erreichen, wenn sie städtebauliche Akzente setzen wollen, indem Dach und Wände aus demselben Material bestehen.

Der Neubau ist so gesehen in mehrerer Hinsicht ein mutiger und weitsichtiger Schritt. Denn kombiniert mit modernem Design gehen Energie-Effizienz und Transparenz einher. Dahinter steckt auch die Philosophie einer offenen, transparenten Verwaltung – und für die Politiker, die im Erdgeschoss tagen sollen, ein Zeichen für Transparenz bei politischen Entscheidungen. Das Gebäude-Ensemble auf dem Schlossberg ist heute schon ein Sammelsurium der Architektur unterschiedlicher Epochen.

Wir schreiben das Jahr 2013 und haben nun die Chance, zeitgenössische Architektur zu verewigen.

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