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Erfolgreicher Start für Gemeindewerke Peiner Land

Peine Erfolgreicher Start für Gemeindewerke Peiner Land

Erfolgreicher Start für die Gemeindewerke Peiner Land: Der neu gegründete Energieversorger in kommunaler Trägerschaft hat seit Beginn der Vertriebstätigkeit im Oktober vergangenen Jahres knapp 1100 Kunden gewinnen können. „Damit liegen wir absolut im Soll“, erklärte Geschäftsführer Heiner Zieseniß jetzt im Gespräch mit der PAZ. Unter dem Strich steht bislang ein Minusgeschäft - allerdings planmäßig.

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Die Gemeindewerke Peiner Land bieten seit Herbst vergangenen Jahres Strom und Gas in sechs Peiner Gemeinden an.

Quelle: Marius Becker

Die Gemeindewerke haben im Privatkundenbereich nach eigenen Angaben bislang rund 1070 Strom- und 370 Gas-Verträge abgeschlossen. Dabei seien die meisten Gas-Kunden (mehr als 90 Prozent) Doppelkunden, die bei dem regionalen Anbieter auch Strom beziehen, bestätigte Zieseniß. Ehrgeiziges Ziel ist es, bis zum Jahresende über einen Bestand von 2500 Strom- und 750 Gasverträge zu verfügen.

Mittel- bis langfristig haben die Gemeindewerke aber noch größere Pläne: „Wir peilen den Grundversorger-Status an“, sagt Zieseniß. Dafür müsste die Hälfte der 33000 Haushalte in den Gemeinden Edemissen, Hohenhameln, Ilsede, Lahstedt, Lengede und Wendeburg zu dem Unternehmen wechseln. Zieseniß hält auch dieses Ziel für realistisch, in acht bis zehn Jahren könne es soweit sein“, schätzt der Geschäftsführer.

Doch wieso wechseln überhaupt so viele Kunden zu den Gemeindewerken? „Unser Hauptargument ist unser Geschäftsmodell. Wir sind ein kommunales Unternehmen, dass mit dezentralen Strukturen vor Ort sitzt und erreichbar ist. Dadurch entsteht eine kommunale Wertschöpfungskette. Das heißt, dass das Geld in der Region bleibt“, erklärt Zieseniß.

Beim Verbraucher punkten können die Gemeindewerke wohl aber auch mit günstigen Preisen. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3300 Kilowattstunden Strom ergibt sich zum Beispiel im Tarif „Peiner Land Strom“ ein Kostenvorteil zwischen 44 und 65 Euro gegenüber dem bisherigen Grundversorger. Auf vielfachen Kundenwunsch wurde im März sogar ein dritter Tarif eingeführt: „Strom Tag und Nacht“ zielt auf Endverbraucher, die Nachtspeicheröfen besitzen.

Um mit potenziellen Kunden ins Gespräch zu kommen, wollen die Gemeindewerke, künftig noch häufiger Beratung in den Gemeinde-Rathäusern anbieten. Ab Mai ist dies beispielsweise neben dem Rathaus Ilsede einmal wöchentlich auch für zwei bis drei Stunden im Edemisser Rathaus möglich.

Dass die Gemeindewerke in den ersten drei Jahren Verluste machen, war fest eingeplant. „Das ist auch gar nicht anders möglich“, erklärt Zieseniß. Die Kosten seien in der Startphase eben noch deutlich höher als die Einnahmen Dem Geschäftsführer ist es deshalb wichtig, dass kein falscher Eindruck in der Öffentlichkeit entsteht: „Wir sind durch unsere Gesellschafter ausreichend mit Kapital ausgestattet.“

Gemeindewerke Peiner Land

Die Gemeindewerke Peiner Land (GPL) sind ein regionaler Anbieter für Strom und Erdgas im Landkreis Peine. Hinter den GPL stehen drei Gesellschafter: Die Energieversorgung Peiner Land (EnPL), die mit 25 Prozent beteiligt ist, die Stadtwerke Peine (52,5 Prozent) und die EVI Energieversorgung Hildesheim (22,5 Prozent). In der EnPL haben sich die sechs Peiner Gemeinden Edemissen, Hohenhameln, Ilsede, Lahstedt, Lengede und Wendeburg zusammengeschlossen. Auf mittlere Sicht wollen die Kommunen aber die Mehrheit an den GPL übernehmen. Das Ziel ist eine Beteiligung von 51 Prozent.

Rückkauf der Strom- und Gas-Netze

Neben dem Stromvertrieb verfolgen die GPL das Ziel, das Strom- und Gas-Netz in den Gemeinden Edemissen, Hohenhameln, Ilsede, Lahstedt, Lengede und Wendeburg vom Energiekonzern Eon Avacon zurückzukaufen, es selbst zu betreiben und auch damit Geld zu verdienen. GPL-Geschäftsführer Heiner Zieseniß sagte dazu auf PAZ-Anfrage: „Wir führen derzeit intensive Gespräche mit Eon Avacon zur Übernahme der Netze. Die Verhandlungsatmosphäre ist gut.“ Der Schätzwert der Strom- und Gasleitungen in den sechs Gemeinden mit ihren rund 80000 Einwohnern liegt nach PAZ-Informationen zwischen 40 und 80 Millionen Euro. Finanziert werden soll der Netzkauf zu 60 Prozent aus Fremdkapital und zu 40 Prozent aus Eigenkapital, das auf mittlere Sicht jeweils etwa zur Hälfte die GPL-Gesellschafter Stadtwerke Peine und EVI Energieversorgung Hildesheim sowie die EnPL (siehe Info GPL) einbringen müssen. Die EnPL muss dafür Kredite aufnehmen. Unter dem Strich soll sich das Geschäft für die EnPL, und damit auch für die sechs Gemeinden lohnen. Diese versprechen sich zusätzliche Einnahmen durch den Betrieb der Netze und den Energie-Vertrieb.

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