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Enge Bindung zwischen Ilseder Hütte und Himmler

Drittes Reich und Ilseder Hütte Enge Bindung zwischen Ilseder Hütte und Himmler

Die Kontakte zwischen der Ilseder Hütte und der Nazi-Führung waren offenbar enger als bislang bekannt: Es gab zwar Zoff um die Erzvorkommen zwischen Ilseder Hütte und den Hermann-Göring-Werken in Salzgitter, doch das war wohl eher ein Nebenkriegsschauplatz.

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Undatierte Luftaufnahme des Ilseder Hüttengeländes.

Kreis Peine. Denn eigentlich waren die Verbindungen der Ilseder Hütte zu Führungsgrößen im Dritten Reich sehr gut. Der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende der Ilseder Hütte, Ewald Hecker, gehörte zu den vorbehaltlosen Unterstützern der Politik Adolf Hitlers. Das hat der Historiker Tobias Bütow herausgefunden. Der Berliner schreibt zurzeit seine Doktorarbeit zum Thema „Der Freundeskreis Heinrich Himmler“.

Angesichts des Zwists der Ilseder Hütte mit den Hermann-Göring-Werken über die Erzvorkommen wird oft von einer Gegnerschaft der Verantwortlichen ausgegangen. Doch Hecker gehörte schon vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten zum „Freundeskreis“ und wurde später sogar ehrenhalber SS-General. Er war von 1929 bis 1945 Vorsitzender des Aufsichtsrates.

Bei dem „Freundeskreis Heinrich Himmler“ handelte es sich um einen Zusammenschluss von etwa 50 Wirtschaftsführern, die in diesem Herrenklub ihre Beziehungen pflegten und Spendengeld sammelten, um Heinrich Himmler den Aufbau der Schutzstaffel SS nach seinen Vorstellungen zu ermöglichen. Zu den Spendern gehörte auch die Ilseder Hütte, so die Erkenntnis von Bütow.

Die Funktion des „Freundeskreises“ und die Stellung von Ewald Hecker darin beleuchtet Bütow auf Einladung des Kreisheimatbundes am Montag im Kreismuseum. Er fand heraus, dass das Netzwerk sogar nach 1945 teilweise fortbestanden hat. Seine Thesen belegt Bütow dabei mit Material, das er in Archiven in Deutschland, Russland, den Vereinigten Staaten von Amerika und Israel gefunden hat.

Neben der direkten Unterstützung der Ambitionen des SS-Führers Heinrich Himmler ging es bei den Zusammenkünften vor allem um den Aufbau einer Wirtschaft unter nationalsozialistischen Vorzeichen und nicht zuletzt um persönliche Vorteile: „Wenn einer noch nicht Generaldirektor war, konnte er es hier werden“, resümierte ein Klubmitglied.

Hecker war 1933 in die NSDAP eingetreten und wurde 1936 in die SS aufgenommen. Später hat man ihn sogar zum Präsidenten der Reichswirtschaftskammer berufen.

Der Vortrag des Kreisheimatbundes Peine beginnt am Montag, 19. Oktober, um 19.30 Uhr im Peiner Kreismuseum an der Stederdorfer Straße. Der Eintritt ist frei.

pif

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