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Energiegeschäft: Kommunen gründen Gemeindewerke

Peine Energiegeschäft: Kommunen gründen Gemeindewerke

Peine . Jetzt ist es raus: Die Energieversorgung Peiner Land (EnPL) will gemeinsam mit den Stadtwerken Peine und der Energieversorgung Hildesheim (EVI) die Strom- und Gas-Netze in den Gemeinden Edemissen, Hohenhameln, Ilsede, Lahstedt, Lengede und Wendeburg vom Energiekonzern Eon zurückkaufen und ab 1. Januar 2013 selbst in den Energie-Vertrieb einsteigen. Dazu sollen zeitgleich die Gemeindewerke Peiner Land mit Sitz in Ilsede gegründet werden.

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Die Bürgermeister im Peiner Land träumen zurzeit von neuen Einnahmen aus den Stromnetzen. Freuen sich über die Zusammenarbeit (v.l.): Frank Bertram, Lutz Erwig und Wilfried Brandes.

Quelle: A

Der Verwaltungsrat der EnPL hat den Räten seiner sechs Mitglieder-Gemeinden in einer nichtöffentlichen Informationsveranstaltung am Dienstagabend empfohlen, das Kooperationsmodell mit den Stadtwerken Peine und der EVI zu beschließen. Im Rennen war auch der jetzige Netzbetreiber Eon, erklärte der EnPL-Sprecher und Hohenhamelns Bürgermeister, Lutz Erwig.

Der Konzern belegte letzlich Platz 2. Das Angebot der Stadtwerke sei allerdings eine Nuance besser gewesen und böte den Gemeinden, die künftig mehr Einfluss auf die Energieversorgung vor Ort nehmen wollen, einfach mehr.

Grundvoraussetzung für das weitere Vorgehen ist nun die eigentliche Netzübernahme, die vor allem eine Frage des Geldes zu sein scheint. Der Schätzwert der Strom- und Gasleitungen in den sechs Gemeinden mit rund 70 000 Einwohnern liegt nach PAZ-Informationen zwischen 40 und 80 Millionen.

Über den tatsächlichen Kaufpreis müssen die Gemeindewerke Peiner Land noch mit Eon verhandeln. Für den Fall, dass man sich nicht einigen kann, will die EnPL laut Ilsedes Bürgermeister Wilfried Brandes vor Gericht ziehen. In ähnlichen Fällen habe es bereits Entscheidungen von Oberlandesgerichten zugunsten von Gemeinden gegeben.

Finanziert werden soll der Netzkauf zu 60 Prozent aus Fremdkapital und zu 40 Prozent aus Eigenkapital, das jeweils zur Hälfte die beiden Stadtwerke und die EnPL einbringen müssen. Die EnPL muss dafür Kredite aufnehmen. Unter dem Strich soll sich das Geschäft für die EnPL, und damit auch für die sechs Gemeinden lohnen, erklärte Edemissens Bürgermeister Frank Bertram. Diese versprechen sich zusätzliche Einnahmen durch den Betrieb der Netze und den Energie-Vertrieb.

Ziel sei es, mit Unterstützung der Stadtwerke und der EVI, die Gemeindewerke Peiner Land aufzubauen und diese als eigene Marke für den Strom- und Gas-Vertrieb zu etablieren. Zum geplanten Start am 1. Januar 2013 wollen die Gemeindewerke die Marken „Peiner Land Strom“ und „Peiner Land Gas“ der Stadtwerke Peine ins Angebot aufnehmen. Die Preise sollen moderat gestaltet werden. „Sonst könnten wir uns gar nicht am Markt behaupten“, sagt Brandes.

Denn: Die Kunden in den sechs Gemeinden, die Verträge mit Eon haben, wechseln nicht automatisch zu den Gemeindewerken. Jeder Kunde müsse erst geworben werden - und das funktioniere nur über einen vernünftigen Preis und einen guten Service.

mic

Im August 2011 haben die Peiner Kreis-Gemeinden Edemissen, Hohenhameln, Ilsede, Lahstedt, Lengede und Wendeburg die Energieversorgung Peiner Land (EnPL) in Form einer Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet. Anlass dafür waren die auslaufenden Konzessionsverträge der Gemeinden mit dem Energieversorger Eon, der für die Nutzung der Grundstücke Geld zahlt. Vor diesem Hintergrund stellte sich die Frage, die Verträge zu verlängern oder die Energieversorgung selbst in die Hand zu nehmen.

mic

Politik muss Energie-Plänen noch zustimmen

Peine. Der Zeitplan ist eng getaktet: Bereits ab 1. Januar 2013 wollen die EnPL und ihre Kooperationspartner Stadtwerke Peine und Energieversorgung Hildesheim (EVI) den Betrieb der Strom- und Gasnetze übernehmen und selbst in den Energie-Vertrieb einsteigen. Bis dahin gibt es noch viel Arbeit. Und die Politik muss mitspielen.

Bereits Mitte Juni sollen die Gemeinderäte von Edemissen, Hohenhameln, Ilsede, Lahstedt, Lengede und Wendeburg über das Kooperationsmodel EnPL/Stadtwerke Peine und EVI abstimmen. EnPL-Verwaltungsrats-Chef Lutz Erwig ist zuversichtlich, dass die entsprechenden Beschlüsse gefasst werden. Im Juli könnte die EnPL dann der Bietergemeinschaft Stadtwerke Peine/EVI den Zuschlag erteilen.

An den Gemeindewerken will sich die EnPL anfangs nur mit rund 25 Prozent beteiligen, um das Risiko zu minimieren. Mittelfristig sei aber eine beherrschende Stellung mit einem Anteil von 51 Prozent angestrebt, so Bertram. Die Stadtwerke Peine sollen dann mit 34 Prozent und die EVI mit 15 Prozent beteiligt werden. Den Anteilen entsprechend sollen auch mögliche Gewinne aufgeteilt werden. Durch die Gemeindewerke, die mithilfe der Stadtwerke und EVI aufgebaut werden sollen, erhoffen sich die Gemeinden auch zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen.

Ralf Schürmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Peine, zu den Gemeindewerke-Plänen: „Das Modell hat Charme, weil die Gemeinden die Energiewende selbst in die Hand nehmen und eine klimaverträgliche Versorgung aufbauen können.“ Zudem erhielten sie die Konzessionsabgabe des Netzbetreibers und die Dividende der Gemeindewerke.

mic

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