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„Elling“- Theaterabend für's Langzeitgedächtnis

Peine „Elling“- Theaterabend für's Langzeitgedächtnis

Manchmal braucht man einen langen Atem - im Leben und auch im Theater.

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Begeisterten in den Peiner Festsälen: Elling (Thomas Strecker), Kjell Barne (Dennis Habermehl) und Reidun (Katharina Willberg).

Quelle: im

Auf der Bühne der Festsäle brauchten den diesmal sowohl die Darsteller als auch das Publikum, bis sich das Szenenpuzzle von „Elling“, des von Thilo Esche für das Theater für Niedersachsen (TfN) inszenierten Stückes, zu einem tief bewegenden und filigran ausgearbeiteten Gesamtkunstwerk zusammenfügte.

Elling (Thomas Strecker) und Kjell Barne (Dennis Habermehl) sind zwei „komische Käutze“, die nach zwei gemeinsamen Jahren im Doppelzimmer einer „Anstalt“ sich nun anschließend gemeinsam in einer Wohnung „draußen“ ihren Kommunikationsängsten und dem Alltag stellen sollen. Der Kontrast zwischen beiden könnte nicht stärker sein. Der humanistisch gebildete und mit reichem Sprachschatz gesegnete Elling und der von einer Sonderschule mit allernötigstem Wissen ausgestattete Kjell Barne. Skurrile Typen also, mit denen man nach und nach mit leidet oder sich mit freut. Über die grotesken Situationen lächelt man anfangs nur verschämt, bis das Stück zu einer gewissen ungebremsten Mitleids-Heiterkeit führt, wenn der Umgang mit Telefon, Einkauf oder allein das Öffnen der Wohnungstür zu schier unüberwindlichen Hindernissen werden.

Strecker und Habermehl liefern hohe Schauspielkunst und lassen in der mehr als zweistündigen Aufführung nicht die kleinste Länge zu. Sie verstehen ihr Handwerk, wenn sie Gestik, Mimik und Körpersprache derart einsetzen, um überzeugend das zu spielen, was als eine schauspielerische Königsdisziplin gilt: die glaubwürdige Darstellung von Behinderung.

Hilflosigkeit, Unterstützung, Eifersucht und Verlassensangst: die Behinderung wird Normalität und umgekehrt, wenn auch auf höchst unterhaltende, amüsante und zuweilen geradezu groteske Art. Da werden beispielsweise auf offener Bühne und unter Präsentation blanker Sitzflächen die Unterhosen getauscht, damit sich Kumpel Kjell Bjarne bei der Liebesnacht mit Reidun (absolut knall-cool in gleich drei Rollen: Katharina Willberg) nicht blamiert. Merkwürdig: anstößig oder ordinär wirkt das nicht, sondern nur so komplett abgefahren, wie die beiden Burschen selbst gleichermaßen zu Publikumslieblingen zu avancieren.

Das Bühnenbild macht es dem Publikum leicht, durch Lichtwechsel und marginale Umbauten Rückblenden und Szenen problemlos zu folgen. Natürlich wird zum Schluss alles, sagen wir, relativ gut. Besonders Katzenfreunde reißt es spätestens beim Schlussapplaus von den Sitzen. Ein Theaterabend für das Langzeitgedächtnis.

uj

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