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Einsatzkommando putzte Peiner Königsplaketten

Peine Einsatzkommando putzte Peiner Königsplaketten

Peine. Die Königsplaketten des Peiner Freischießens seit 1814 hat jetzt ein Einsatzkommando im Peiner Rathaus gesichtet und geputzt. Denn demnächst sollen die Plaketten, die aus echtem Silber hergestellt sind, in drei Holzvitrinen im Peiner Rathaus ausgestellt werden.

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Bürgermeister Michael Kessler (Mitte) überreichte die Königsplaketten des Freischießens an (v.l.): Holger Willies, Michael Behrens, Tobias Diederichs, Gerhard Scheffler und Thomas Weitling.

Quelle: pif

Mehr als acht Stunden putzten, schrubbten und kochten die Helfer die kleinen Silbertafeln, die an die Freischießen-Majestäten seit 1814 erinnern. „Aus der Zeit davor sind keine Plaketten erhalten. Von 1789 bis 1813 gab es auch kein Freischießen, weil in Deutschland die Freiheitskriege tobten und die Franzosen unter Napoleon das Land besetzt hielten“, erklärte Bürgerschaffer Thomas Weitling. Mit dabei waren Ehrenbürgerschaffer und Freischießen-Urgestein Gerhard Scheffler, der ehemalige Bürgerkönig von den Neuen Bürgern, Michael Behrens, der Vormarschierer der Schützengilde zu Peine, Holger Willies, und der Fotograf Tobias Diederichs. Denn die Plaketten wurden alle fotografiert. Weitling plant eine vollständige Übersicht im Internet. Sie putzten die Plaketten mit Silberpflege und Zahnbürste. Doch die hartnäckige Patina musste auch mit einem Essig-Salz-Bad angegangen werden. Dafür nutzte das Team die kleine Küche neben dem kleinen Sitzungssaal im Rathaus. Abschließend wurden die Platten liebevoll geputzt.

Beim Königsfrühstück mit Bürgerkönig Michael Morkowsky hatte Bürgermeister Michael Kessler die Idee von der Ausstellung der Plaketten im Rathaus aufgegriffen und versprochen, sie in die Tat umzusetzen. So überreichte er Bürgerschaffer Weitling die historischen Königsbänder aus der Obhut des Rates, damit die darauf aufgenähten Plaketten für die Ausstellung gereinigt und vorbereitet werden können. „Nicht alle Silberplatten haben die Jahrzehnte schadlos überstanden. Etwa 15 müssen erst restauriert werden, bevor sie ausgestellt werden“, sagte Weitling.

Bevor die Bürger die Plaketten in der Stadtkasse bewundern können, müssen die Vitrinen gebaut werden. Dann sollen sie den Peinern zugänglich gemacht werden.

pif

 

Die Rettung der Königsplaketten 1945

In den Kriegswirren 1945 wären die wertvollen Königsplaketten beinahe für immer verloren gegangen. Nachdem im April die US-amerikanischen Kampftruppen durch die Stadt gezogen waren, gehörte die Straße einige Tage dem „Mob“, denn Peine blieb ohne Besatzung zurück. Es kam zu Geschäftsplünderungen und Einbrüchen, erinnert sich Werner Kopitzki, Autor des großen Freischießenbuches. Vor allem dem Boten- und Hausmeister des Rathauses, Otto Kranz, sei es zu verdanken, dass der Freischießen-Schatz erhalten blieb. Kranz gelang es mit seiner gewinnenden Art, die Plünderer abzuweisen. Danach versteckte er die wertvolle Kopie des Eulenpokals von 1661 im Rathausturm und die Königsbänder mit den Plaketten in seinem Haus auf dem Dachboden.

Einige besondere Schmuckstücke an Plaketten hob Bürgerschaffer Thomas Weitling hervor: Die älteste erhaltene Plakette stammt aus dem Jahr 1814. Sie gehörte F. B. Rebendisch. Eine weitere Plakette erinnert an das Königsjahr von Bürgermeister Fromme. Er war 1850 und 1860 Bürgerkönig. „Vielleicht schießt ja auch Bürgermeister Michael Kessler beim nächsten Mal mit“, sagte Weitling schmunzelnd.

Besonders häufig wurde im 19.Jahrhundert C. Westphal Bürgerkönig. Er erhielt die Würde von 1854 bis 1856. Der König von 1857 ist nicht bekannt – es gibt auch keine Plakette. 1858 und 1879 wurde es dann erneut C. Westphal. Die weiteren Königsjahre ab 1854 sind in seiner Plakette nachträglich eingetragen.

pif

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