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Eine makellose Perle des Barock

St. Jakobi Eine makellose Perle des Barock

100 Jahre vor Johann Sebastian Bach war Johann Hermann Schein Thomaskantor in Leipzig und komponierte zahlreiche Werke über Texte aus dem Alten Testament. Seiner Musik widmete der Kleine Chor Peine ein Konzert in der St.-Jakobi-Kirche.

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Unter der Leitung von Kirchenkreiskantor Christof Pannes führte der Kleine Chor Peine Musik von Johann Hermann Schein auf.

Quelle: im

Peine. Ein Stimmenmeer wogt durch die Peiner St.-Jakobi-Kirche. Wellengleich türmen sich die Klänge auf, doch bevor sie brechen, rollen sie sanft aus. Tief unten auf dem Grund schlummert die Orgel, darüber seufzt die Viola da Gamba. In Erwartung eines großen Ensembles öffnet der Zuhörer die Augen und findet sich 16 Sängern gegenüber: Federleicht entführte der Kleine Chor Peine in seinem Konzert am Sonntag in der St.-Jakobi-Kirche die etwa 80 Zuhörer in eine längst vergangene Zeit: die Epoche des Barocks.

Das 17. Jahrhundert, eine Zeit, die neben praller Lebenslust und höfischem Glanz von Krieg, Pest und Hungersnot geprägt war. Infolge des Dreißigjährigen Krieges waren die Menschen empfänglich für Religiöses und Komponisten, wie Johann Hermann Schein (1586-1630) bedienten diese Sehnsucht nach einem festen Halt im Chaos. Sein „Israelsbrünnlein“, eine Sammlung von 26 geistlichen Motetten, hatte der Kleine Chor unter der Leitung von Kirchenkreiskantor Christof Pannes ausgewählt.

Mit Genuss kosteten die Sänger die Töne aus, vor allem bei der Motette „Die mit Tränen säen“, die durch eine reiche Chromatik besticht. Während Sopran- und Altstimmen vorauspreschten, sich in schwindelerregende Höhen vorwagten, zügelten die Männer das Tempo, folgten scheinbar zögernd nach, bevor alles in einen wilden Strudel mündete und sanft schimmernd wie eine makellose Perle wieder von vorn begann. Unterbrochen wurden die Chorgesänge von Orgelstücken, darunter Werke von berühmten Vertretern der Barockmusik wie Girolamo Frescobaldi, Giovanni Bassano und Johann Christoph Bach. Den Höhepunkt des Konzerts bildete aber die Vertonung des 116. Psalms, ebenfalls von Johann Hermann Schein.

Als der letzte Ton verklungen war, herrschte mehrere Minuten absolute Stille. Dann war der Bann gebrochen: Erst zaghaft, dann immer heftiger klatschte das Publikum und bedankte sich für diese traumtänzerische Zeitreise.

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