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Eine Klinik voller Narren

Peiner Festsäle Eine Klinik voller Narren

Phänomenal: Filmstar Heiner Lauterbach im Ärztekittel auf der Bühne der Peiner Festsäle und als Partner Serienstar Christoph M. Ohrt! Kein Wunder, dass da die Erwartungshaltung beim Publikum geradezu überschwappte und das Stadttheater mit mehr als 700 Zuschauern ausverkauft war.

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Star-Besetzung auf der Bühne der Peiner Festsäle: Christoph M. Ohrt (links) und Heiner Lauterbach (rechts) traten in dem Stück „Doppelzimmer“ auf.

Quelle: im

Peine. „Warum werden wir Männer von den Frauen manipuliert?“, fragt „Professor“ Meinunger alias Heiner Lauterbach. „Weil es sich bewährt hat“, kontert seine wiedergefundene Liebe Frau Dr. Huhn (Dana Golombek). Ein typischer Wortwechsel in dem als Krankenhaus-Satire und als romantische Liebeskomödie angekündigten Theaterstück „Doppelzimmer“.

Filmstar Heiner Lauterbach („Männer“) als Professor Meinunger spekuliert darauf, Vorstandsvorsitzender einer Krankenhauskette zu werden. Das Auswahlprozedere ist ungewöhnlich: Der unbekannte Junior-Chef ist als „Kranker“ in des Professors Klinik untergetaucht, um sich unbehelligt seine Meinung über den Bewerber zu bilden.

Schwester im Minirock

Autorin Stella Muller entwickelt daraus eine Art „Bühnen-Blinde-Kuh-Spiel“, bei dem die Bretter vor den Köpfen der Beteiligten zum Vergnügen des Publikums immer wieder lautstark zusammenkrachen. Bei Dana Golombek als neu eingestellter Ärztin Dr. Huhn passiert das ebenso wie bei „Zivi“ Ben (Philipp Danne) oder dem Hausmeister-Vertreter Ernst (Christoph M. Ohrt, bekannt aus „Edel & Starck“).

Völlig gaga und somit an der pulsierenden Hauptschlagader dieses völlig abgedrehten Plots allerdings rangiert die miniberockte und tief dekolletierte Schwester Isabella (Juliane Trimper), die ihr medizinisches Vokabular aus Kreuzworträtseln bezieht. Eine skurrile Klinik voller Narren also und im Grunde ein wahres Füllhorn für Satire und Situationskomik. Aber was sich entwickelt, ist eine fast pausenlose und geradezu hektische Aneinanderkettung von Gags, die im Parkett überwiegend auf ungebremste Heiterkeit stößt.

Erstaunlich, dass gerade Lauterbach seinen Chefarzt derart überzieht, dass es nur für den Kapitän auf einem „Narrenschiff“ reicht – mehr nicht. Zur schauspielerischen Wohltat des Abends entwickelt sich hingegen Ohrt. Ihm gelingt feine Ironie statt glatten Blödsinns. Wenn er mit Juliane Trimper in die Shakespeare-Szene eintaucht, kriegt sich das Publikum kaum noch ein. Aber bei allem herzlich belachten Bühnenschmarrn: Satire klingt anders. Und die romantische Liebeskomödie? Sie kam in am Ende wie aufgesetzt daher, um irgendwie zu einem Happy-End zu gelangen. Ein paar Weisheiten kann man sich trotzdem merken. Beispiel: Willst du jemanden kennen lernen, lass dich von ihm scheiden. Das Publikum vergisst den Weihnachtsstress und klatscht sich die Hände wund. Sagen wir es mit Oscar Wilde: „Obwohl ich Ärzte hasse, liebe ich Medizin.“

Ulrich Jaschek

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