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„Ein Teil von mir ist in Litauen geblieben“

Rosenthal „Ein Teil von mir ist in Litauen geblieben“

Auslandsaufenthalte liegen im Trend. Immer mehr Studierende und Schüler folgen dem Ruf der Ferne und gehen für eine Weile in ein anderes Land. Zu den beliebtesten Zielen gehören die Metropolen Amerikas, England oder der sonnige Mittelmeerraum. Der Peiner Sönke Matschurek fuhr dagegen in die litauische Kleinstadt Sirvintos.

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Sönke Matschurek.

Quelle: privat

Peine-Rosenthal . „Am Anfang bekam ich viel Unverständnis zu spüren, als ich sagte, ich gehe nach Litauen“, erzählt Sönke Matschurek aus Rosenthal von seinem Aufbruch ins Unbekannte: „Kaum jemand konnte verstehen, was ich in einem so kleinen Land wolle.“

Tatsächlich hat Litauen nur etwa 3,5 Millionen Einwohner – ungefähr so viele wie Berlin. Viel mehr wusste Matschurek über sein Ziel zunächst selbst nicht: „Meine Schwester ist für ein Jahr in Michigan in den USA gewesen. Das inspirierte mich“, sagt Matschurek, „aber mich reizte die Vorstellung, ein mir vollkommen unbekanntes Land zu erleben.“

Unterstützung fand er bei der Organisation „Youth for Understanding“. Sie führt weltweit Austauschprogramme durch und konzentriert sich neuerdings auch auf osteuropäische Länder. Vor dem Abflug war Matschurek nervös. Es fiel ihm nicht leicht, Familie und Freunde zurückzulassen: „Aber das war eben der Preis dafür, so ein Abenteuer erleben zu dürfen“, sagt Matschurek.

Nach seiner Ankunft nahm er zunächst an einem dreitägigen Seminar teil. Dabei lernte er ein wenig über Land und Sprache. Anschließend kam Matschurek zu seiner Gastfamilie. „Von meinen Bekannten daheim wusste kaum einer, welche Sprache man in Litauen spricht. Die meisten tippten auf Russisch“, erinnert sich der heute 16-Jährige.

Tatsächlich besitzen die Litauer eine eigene Sprache. Durch ihre komplizierte Grammatik gilt sie als besonders schwer erlernbar. Diese Barriere bekam Matschurek bald zu spüren: Seine Gasteltern verstanden weder Deutsch noch Englisch. Am Anfang half eine ihrer Töchter als Dolmetscherin aus. Nach drei Monaten klappte es mit der Verständigung allmählich besser. Doch laut Matschurek ist die Beherrschung der Landessprache bei einem Austausch nicht das Wichtigste: „Ich wurde schnell allen Freunden und Bekannten der Familie vorgestellt. Die Gastfreundschaft war beeindruckend. Auch meine ersten holprigen Sprachversuche wurden mit Begeisterung aufgenommen.“

In den kommenden Monaten machte er zahlreiche neue Erfahrungen: „Ich sah viel vom Land und fing allmählich an, die Kultur zu verstehen. Dabei habe ich nicht nur über Litauen, sondern auch über mich selbst einiges erfahren“, sagt Matschurek.

Der Abschied von seiner Gastfamilie sei ihm fast genauso schwer gefallen wie der von Deutschland. Trotzdem habe er das Jahr nicht bereut: „Der Austausch hat mich weltoffener gemacht, mir schöne Erinnerungen und andere Sichtweisen gebracht“, erklärt Matschurek: „Ein Teil von mir ist in diesem Land geblieben, das ich lieben und schätzen lernte.“

André Ziegenmeyer

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