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Ein Mann, zwei Ziegen, zwei Hunde und 220 Schafe

Woltorf Ein Mann, zwei Ziegen, zwei Hunde und 220 Schafe

Der Protestmarsch der Hirten erreicht Peine. Am Wochenende machte mit Klaus Seebürger ein Schäfer des Hirtenzuges im Peiner Land bei Woltorf Station.

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Klaus Seebürger mit seiner Schafherde auf einer Wiese am Mittellandkanal bei Woltorf.

Quelle: Mike Fleske

Woltorf. Der 1200 Kilometer lange Marsch begann am 5. Juni in Berlin und wird am 18. Oktober, dem Grünlandtag, in Trier enden. Der Staffelhirtenstab umfasst 30 Schafherden. Klaus Seebürger ist auf der Strecke von Lüneburg nach Blomberg an der Grenze zu Nordrhein Westfalen dabei, wo er den Staffelstab an den nächsten Schäfer weitergeben will.

Der 51-Jährige möchte sein Wirken nicht so sehr als Protestaktion sehen: „Für mich ist es ein Informationsmarsch, bei dem ich mit meinen Kollegen auf meine Arbeit als Schäfer hinweisen will.“ Seebürger möchte zeigen, wie wichtig die Schäferei für die Natur auch heute noch ist.

Schafe sind nicht nur Wolle und Fleischlieferanten, sondern tragen die Samen der Pflanzen von Fläche zu Fläche und erhalten damit die Artenvielfalt. Seebürger ist ein klassischer Schäfer. 220 Fleischschafe betreut er mit seinen beiden Hunden.
Mit dabei sind auch zwei Esel und zwei Ziegen.

Die Ziegen sind Lieferanten der Frühstücksmilch. Ein Problem der Schäferei ist die seit Anfang des Jahres geltende elektronische Ohrkennzeichnung. Mit der Markierung sollen die Bestände bei Tierseuchen zurückverfolgt werden. „Die Schafe reißen sich die Markierungen oft heraus, weil sie in Sträuchern und Büschen unterwegs sind“, klagt Seebürger. Dann müsse er die Marken wieder neu bestellen und dies sei wirtschaftlich kaum zu leisten.

Auch die Preisentwicklung macht ihm Sorgen. „Als ich vor 30 Jahren mit der Schafhaltung angefangen habe, bekam ich rund 125 Euro für ein 50-Kilogramm schweres Lamm. Heute kriege ich nur noch 80 Euro.“ Auflagen der EU zur Dokumentationspflicht über Art und Umfang der Herde nähmen ihm die Zeit für die Tierpflege.

Wie wichtig die Schäferei auch heute noch ist, macht Leonie Schäfer von der Universität Regensburg deutlich. Die Biologiestudentin begleitet den Hirtenzug wissenschaftlich und stellt fest: „Die Schafe erhalten die Population von Pflanzen und tragen neues genetisches Material in die Pflanzenarten.“ Für sie ist die Aktion interessant, weil die Herden in Europa kaum mehr so weit wandern, wie derzeit beim Herdenzug.

Die Herde von Klaus Seebürger zieht in den kommenden Tagen weiter in Richtung Alfeld. Pro Tag schafft er dabei etwa 10 Kilometer. Am 17. Juli wird in seinem Heimatort Langenholzen bei Alfeld ein kleines Fest gefeiert.

fl

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