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Ein Blinddarm – 24 Operationen

Klinikum Peine Ein Blinddarm – 24 Operationen

Es ist wie ein Alptraum: Eine junge Frau wird mit Bauchschmerzen ins Peiner Klinikum eingeliefert. Erst vier Wochen später wacht sie aus dem Koma auf. In der Zwischenzeit wurde sie 22 Mal operiert. Erst nach und nach erfährt Marion Klaar, an was für einem dünnen Faden ihr Leben hing.

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Marion Klaar mit Ersatzfrosch „Karlchen“ und einem Album mit Familienfotos, das sie durch die lange Krankenhauszeit begleitet hat.

Quelle: im

Peine . Das Wohnzimmer von Marion Klaar ist voller Frösche. Die 40-Jährige ist eine begeisterte Sammlerin der kleinen grünen Figuren und Plüschtiere. Dazwischen stehen Schutzengel. Viele von ihnen bekam sie in den letzten eineinhalb Jahren geschenkt. Denn hinter Marion Klaar liegt eine furchtbare Leidensgeschichte.
Alles begann mit Bauchschmerzen, die immer schlimmer wurden. An eine Blinddarm-Entzündung dachte Marion Klaar zunächst nicht: „Ich habe Morbus Crohn, eine Darmerkrankung, die in Schüben verläuft“, erklärt die 40-Jährige. „Die Schmerzen haben auf die linke Bauchseite gestrahlt. Deshalb habe ich auf einen weiteren Schub getippt.“

Mehrere Ärzte gingen von einem Darmverschluss aus. Erst bei einer Notoperation im Peiner Klinikum wurde die eigentliche Ursache entdeckt: „Der Blinddarm war durchgebrochen. Es hatten sich mehrere Liter Eiter im Bauchraum gesammelt. Auch das Bauchfell war entzündet“, fasst Privatdozent Dr. Christian Eckmann, Chefarzt für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie im Klinikum Peine, zusammen. Die Operation wurde damals noch unter seinem Vorgänger Professor Dr. Hildebrandt durchgeführt.

Marion Klaar wurde ins künstliche Koma abgesenkt.: „Andernfalls hätte sie enorme Schmerzen erleiden müssen“, sagt Eckmann, „das Bauchfell verfügt über viele Nerven und ist sehr empfindlich.“ Außerdem seien Bakterien vom Bauchraum in die Blutbahn gelangt, wodurch Marion Klaar einen Blutvergiftungsschock erlitten habe. Die Organe seien nicht mehr ausreichend durchblutet worden, in der Lunge habe sich Wasser gesammelt: „Es war abzusehen, dass sie nicht binnen drei oder vier Tagen von selbst atmen konnte“, erklärt Dr. Eckmann. Deshalb wurde die Sauerstoffversorgung durch einen Luftröhrenschnitt sichergestellt.

Als Marion Klaar erwachte, waren vier Wochen vergangen. „Als mir das ganze Ausmaß meines Falls bewusst wurde, ist mir richtig schlecht geworden.“ Weil ihr Lieblingsfrosch „Edgar“ nicht mit ins Krankenhaus sollte, brachte Lebensgefährte Frank Röpe ihr als Trost Ersatzfrosch „Karlchen“ mit. „Frank und ich waren erst drei Monate zusammen. Ich rechne es ihm hoch an, dass er damals so zu mir hielt“, sagt Marion Klaar. Auch ihre Familie habe sie sehr unterstützt.

Bis zu ihrer Genesung, musste Frosch „Karlchen“ sie noch über vieles hinwegtrösten: „Der Darm war so gereizt und angeschwollen, dass man die Bauchdecke nicht wieder schließen konnte“, sagt Dr, Eckmann, „sonst hätte es durch den Druck zu Durchblutungsstörungen kommen können.“

Mit 22 Spüloperationen wurde der Bauch fortlaufend gesäubert. Die Behandlungsdauer betrug etwa eineinhalb Monate. Danach blieb zunächst eine Lücke, weil sich die Enden der Bauchdecke zurückgebildet hatten. Es folgten Rehabilitations-Aufenthalt und einige Komplikationen: Marion Klaar war völlig entkräftet: „Ich konnte keine Wasserflasche öffnen und musste auch das Laufen wieder lernen.“

Vor wenigen Tagen wurde ihr bei einem weiteren Klinik-Aufenthalt ein Netz eingesetzt, dass die Bauchdecke ersetzen und stützen soll. Damit ist Marion Klaar nach etwa eineinhalb Jahren laut Privatdozent Dr. Eckmann voraussichtlich wieder geheilt. „Es ist mein Herzenswunsch, den Ärzten und dem Pflegepersonal im Klinikum Peine zu danken“, sagt Marion Klaar, „ohne ihre hervorragende Arbeit wäre ich nicht mehr am Leben.“

André Ziegenmeyer

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