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Ehemaliger Rechtsextremer in der Mühlenbergschule

Veranstaltung zur Wanderausstellung Ehemaliger Rechtsextremer in der Mühlenbergschule

Im Rahmenprogramm der Wanderausstellung „Oh, eine Dummel“, die Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire thematisiert, machte Kreisjugendpflegerin Inge Will Station in der Mühlenbergschule in Edemissen.

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Der ehemalige Rechtsradikale Christoph Sorge berichtete Schülern der Mühlenbergschule über seine Zeit als Nazi.

Peine. Als Referenten stellten sich der ehemalige Rechtsextreme Christoph Sorge sowie Markus Laube, Mitarbeiter der mobilen Jugendarbeit der Stadt Celle, den Fragen der Haupt- und Realschüler zum Thema Rechtsextremismus.

Einen Zehntklässler interessierten besonders kriminelle Aspekte des Aussteigers Sorge: „Haben Sie häufig Ausländer verprügelt und sind Sie vorbestraft?“ Beides konnte der heutige Fahrzeugüberführer verneinen: „Rechtsextreme sind schlauer geworden. Hauptziel sind weniger rohe Gewalttaten, sondern internationale Vernetzung und Verbreitung von Nazi-Ideologien - und zwar, um ordentlich Geld zu verdienen.“ Beispiele seien die Vermarktung rechter Rockmusik oder der Thor-Steinar-Klamotten. Übrigens werde die Modemarke ganz „unarisch“ von arabischen Investoren geführt.

Seine Hauptfunktion habe früher im Rekrutieren neuer Mitglieder bestanden, berichtete Sorge. Dazu nutzte er soziale Netzwerken oder suchte Treffpunkte Jugendlicher auf: „Leichte Opfer sind Anschluss-Suchende und Orientierungslose. Sie empfinden Handreichung und Führung als Anerkennung und genießen die Gruppenzugehörigkeit.“

Mit 9 Jahren knüpfte der heute 29-Jährige erste Kontakte zur rechten Szene, mit 14 bekannte er sich offen dazu. Als 24-Jähriger stieg er aus. Seinen Ausstieg beschreibt Sorge als stressfrei. „Ich habe den Kameraden meine Gründe erklärt, und sie haben sie akzeptiert.“ Aber es könne auch anders verlaufen: „Ein anderer Aussteiger wurde zur Strafe komplett in Stacheldraht verschnürt ausgesetzt!“

Der rechte Nachwuchs wird scharf kontrolliert. „Die Demagogen machen jedem Einzelnen die Welt madig und formen ihn für das rechte Weltbild um.“ Zusätzlich wird auf gemeinsam besuchten Demos, Kundgebungen oder Konzerten vordergründig das Gruppengefühl gefördert. „Erst später wurde mir klar, dass ich nicht als Individuum wahrgenommen werde, sondern lediglich Instrument der Strippenzieher bin“, resümmierte der Sachse.

Lehrern rät er: „Nehmt Nazis ernst. Sie akademisch von oben herab zu verteufeln, erzeugt bei Schülern oft nur Widerwillen.“ wos

2 Die Ausstellung „Oh, eine Dummel“ gastiert noch bis zum 16. Februar im Peiner Forum. Sie ist täglich geöffnet von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. Weitere Infos bei Anna-Lisa Bister von der Servicestelle Kultur und Inge Will unter i.will@landkreis-peine.de.

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