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Ehekrach endet vor Arbeitsgericht

Menschen vor Gericht Ehekrach endet vor Arbeitsgericht

Erst ein zerschnittenes Tischtuch und die Scheidung, dann die Kündigung. Ein Hohenhamelner Unternehmer kündigte seiner Ex-Frau, die ihn vors Braunschweiger Arbeitsgericht zerrte. Der Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Braunschweig scheiterte gestern.

Braunschweig. Geschiedene Eheleute treffen sich wegen ihrer juristischen Querelen meist vor dem Familiengericht. Anders im Fall eines Unternehmers aus Hohenhameln. Er hatte seiner geschiedenen Frau die Stelle in seiner Firma gekündigt. Jetzt will die Betroffene vor dem Arbeitsgericht Braunschweig Kündigungsschutz erstreiten. Ein Gütetermin gestern verlief ohne Ergebnis.

Der Rechtsstreit birgt nicht nur wegen des engen Verhältnisses von Arbeitgeber und Arbeitnehmerin viele Fallstricke. So ist unter anderem ungeklärt, ob die Voraussetzungen für den gesetzlichen Kündigungsschutz überhaupt erfüllt sind. Der Rechtsanwalt der Klägerin bejahte das gestern. In dem kleinen Unternehmen habe es mit seiner Mandantin mindestens fünf Beschäftigte gegeben, sagte er. Der Prozessbevollmächtigte des Unternehmers meldete an dieser Behauptung Zweifel an.

Schwierig dürften auch alle Aspekte werden, bei denen es ums Geld geht. Die Firma stecke in finanziellen Problemen, betonte der Vertreter der Arbeitgeberseite. Es gebe zudem noch Forderungen von anderen Gläubigern. „Meinem Mandanten können Sie deshalb nicht einfach mal so in die Tasche greifen“, erklärte er.

Beim Anwalt der Gegenseite stieß das nicht auf Wohlwollen. Seine Mandantin lebe von Hartz IV und benötige eine Regelung, die von der Bundesagentur für Arbeit anerkennt werde.

Ungeklärt ist auch der genaue Status der Frau in der Firma. Sie hatte wegen der Elternzeit für die zwei gemeinsamen Kinder in den vergangenen sechs Jahren nicht mitgearbeitet. Was sie vorher für Aufgaben hatte, lässt sich offenbar nur schwer erschließen, denn es gab nie einen Arbeitsvertrag. „Schließlich war sie die Ehefrau meines Mandanten“, sagte der Bevollmächtigte des Beklagten. Das brachte Richter Lutz Bertram zu der Anmerkung: „Einen Vertrag hätte man aber vielleicht dennoch abschließen sollen.“

Auch im Nachhinein haben die Eheleute die rechtliche Seite der Beschäftigung offenbar für nicht so wichtig gehalten. „Schade, dass das bei der Scheidung nicht gleich geregelt wurde“, sagte der Anwalt der Klägerin. Er gehe davon aus, dass seine Mandantin zurzeit freigestellt sei. Darüber gebe es aber auch keine schriftlichen Unterlagen, nur eine mündliche Zusage.

Weil sich beide Seiten gestern nicht einigen konnten, steht jetzt eine ausführliche Verhandlung an. Dabei müssten eigentlich auch die früheren Ehepartner aussagen. „Bleibt das friedlich, wenn beide hier sind?“, fragte Richter Bertram vorsichtig an. Als ihm die Vertreter der streitenden Parteien das zusagten, setzte er den nächsten Termin für Ende Februar fest.

jkr

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