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Drogen-Krimi endet im Knast

Amtsgericht Peine Drogen-Krimi endet im Knast

Die Geschichte reicht lässig für ein Film-Drehbuch: Zwei Männer aus Peine kaufen Drogen in Hildesheim, werden auf der Rückfahrt von der Polizei kontrolliert – keine Spur vom Rauschgift. Später wird am Straßenrand eine Zigarettenschachtel mit zwei Gramm Kokain gefunden. Für die Angeklagten bedeutet das Gefängnis.

Peine . Ein Jahr und fünf Monate Gefängnis für den Einen, ein Jahr und drei Monate für den Anderen, beides ohne Bewährung: So hat das Schöffengericht beim Amtsgericht Peine gestern den Handel mit Betäubungsmittel in nicht geringer Menge quittiert.

Zwei 29 und 34 Jahre alte Männer telefonieren „spaßeshalber“ mit einem Dritten in Hildesheim, sprechen über „weiße Hosen“ und Preise. Das Telefon wird abgehört, die Polizei stoppt die Peiner im Auto, schickt den Drogenhund durch den Wagen – keine Spur von Kokain.

Die Männer können weiter fahren, die Polizei beobachtet aus der Ferne, wie sie umdrehen, erneut an der Kontrollstelle halten. Einer steigt aus, sucht etwas und findet nichts. Die Polizei bricht die Observation ab.

Am nächsten Tag wird das Gelände abgesucht, die Beamten finden eine Zigarettenschachtel mit zwei Gramm Kokain. Der Kreis der Ermittlungen schließt sich, doch auch gestern vor dem Gericht bleiben die Männer bei ihrer Version der Ereignisse im Juni vergangenen Jahres.

Danach will der eine Mann mit seinem Cousin in Hildesheim telefoniert haben, um „Hosen“ zu kaufen. Die Polizei hört bei den eingehenden Gesprächen des Hildesheimers seit geraumer Zeit mit, weil er als Drehscheibe eines größeren Rauschgifthandels verdächtigt wird.

In halb-professioneller Tarnsprache seien die Gespräche zwischen dem Peiner und seinem Cousin gelaufen, die Rede sei von „weißen Hosen zu 20, 40 und 50“ die Rede gewesen, „aber keine grünen und nichts Klebriges“. Angeblich soll es sich nur um Jeans gehandelt haben, auf Nachfrage des Staatsanwalts kommt vom Angeklagten Schulterzucken.

Auch nach der ergebnislosen Fahrzeugkontrolle werden die Telefonate weiter überwacht: „Ich habe 1000 Euro verloren“, liest der vorsitzende Richter Udo Stork aus den Protokollen vor, „wir haben es geworfen.“ „Was geworfen?“ , will er wissen. Flog die Drogen-Zigarettenschachtel, möglicherweise auch noch eine zweite, kurz vor der Polizeikontrolle aus dem Autofenster? Die beiden Angeklagten bestreiten dies. Zurückgekommen seien sie zum Kontrollpunkt nur, weil sie angebliche eine Visitenkarten verloren und gesucht haben.

Die gefundene Menge Kokain, die besprochenen Geldmenge und die abgehörten Telefonate lassen die Polizei hochrechnen: Die Beamten kommen auf etwa 20 Gramm Kokain, rechnen aber allen Eventualitäten zu Gunsten der Angeklagten herunter und kommen auf einen Deal von zwölf Gramm.

Der Staatsanwalt fordert Haft, Richter Stork sieht trotz seinen anfänglichen Baus goldener Brücken keine Möglichkeit mehr, eine Bewährungsstrafe auszusprechen. Die Verteidiger plädieren auf Freisprüche. „Kokain gehört zu den harten Drogen“, sagt Stork, „wer mit harten Drogen handelt, muss auch hart bestraft werden. Und dabei ist dieses Urteil noch milde.“ Berufung und Revision sind möglich.

Michael Schröder

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