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Drei Jahre Haft nach tödlicher Rangelei

Menschen vor Gericht Drei Jahre Haft nach tödlicher Rangelei

Zweimal drückte ein Sicherheitsmann einen pöbelnden 20-Jährigen auf dem Campingplatz in Uetze zu Boden – wenige Tage später war der junge Mann tot. Nun muss der Angestellte des Sicherheitsdienstes für drei Jahre wegen Körperverletzung mit Todesfolge ins Gefängnis.

Hildesheim . Es war keine Notwehr, begründete die Richterin gestern vor dem Landgericht Hildesheim. Regungslos und ohne einen Mucks zu sagen, nahmen der 36 Jahre alte Angeklagte und sein ebenfalls angeklagter 26 Jahre alter Kollege das Urteil entgegen. Der 26-Jährige erhielt eine zur Bewährung ausgesetzte Strafe von einem Jahr und sechs Monaten.

Mit knallrotem Kopf hörten die beiden Angeklagten der Richterin zu. Sie führte ihnen ihre Tat vom Juli 2009 noch einmal vor Augen. Der 20-Jährige habe Todesangst gehabt, sagte sie. Zuvor hatte er auf dem Campingplatz bei Uetze nach Zeugenaussagen herum gepöbelt, Camper beleidigt und sogar einem Gast mit der Faust gegen die Brust geschlagen.

Daraufhin rief der Campingplatzbesitzer die Sicherheitsleute. Sie sollten den aus seiner Sicht stadtbekannten Schläger vom Platz schicken. Auf dem Weg zum Ausgang rief der 26 Jahre alte Sicherheitsmann seinem Kollegen plötzlich zu: „Pass auf, der hat ein Messer!“ Als der junge Mann dann in die Hosentasche griff, brachte ihn der 36-Jährige mit einem Fußhaken zu Boden. Dann warf er sich auf den auf dem Bauch Liegenden und ließ erst von ihm ab, als dieser rief, er bekäme keine Luft mehr.

Als er dann aber dem 36-Jährigen ins Gesicht schlug, drückte der Angeklagte den jungen Mann wieder nieder und ließ erst von ihm ab, als er regungslos auf dem Boden lag. Ein Notarzt reanimierte den 20-Jährigen zwar, wenige Tage später starb er jedoch im Krankenhaus.

Aus seiner langjährigen Erfahrung hätte der erfahrene Sicherheitsmann wissen müssen, dass jemand bei Druck auf den Brustkorb einen Atemstillstand erleiden kann, sagte die Richterin.
Das bei dem Randalierer gefundene Schweizer Klappmesser sei zudem ein ungeeignetes Verteidigungsgerät. Es sei weder scharf, noch einfach und schnell aufzuklappen. Gegen das Urteil kann Revision eingelegt werden.

dpa

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