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Dramatisch sinkende Schülerzahlen: "Es besteht Handlungsbedarf"

Kreis Peine Dramatisch sinkende Schülerzahlen: "Es besteht Handlungsbedarf"

Kreis Peine. Der Landkreis Peine verzeichnet zukünftig laut einer Studie dramatisch sinkende Schülerzahlen. Die PAZ fragte beim Kreis, in der Stadt und in den Gemeinden nach, was das für das Peiner Land bedeutet.

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In den kommenden Jahren sinken die Schülerzahlen dramatisch.

Quelle: A

Der Erste Kreisrat Henning Heiß kommentiert die Ergebnisse der Analyse: „Die vorliegenden Zahlen zeigen, dass Handlungsbedarf besteht. Ziel sollte es sein, im Rahmen der Schulentwicklungsplanung notwendige und ausgewogene Änderungen auf den Weg zu bringen. Hierzu bedarf es eines geordneten Prozesses mit der Politik, um die erforderlichen Maßnahmen in unserer Schullandschaft möglichst im Sinne unserer Schülerinnen und Schüler umzusetzen.“

Stadt Peine

Peines Stadtrat Friedhelm Seffer erklärt: „Beim genaueren Hinschauen auf die Zahlen wird deutlich, dass der Geburtenrückgang in den anderen Kommunen des Landkreises deutlich höher ausfällt als im Gebiet der Stadt Peine. Insoweit gibt es derzeit keinen unmittelbaren Anlass, in hektisches Agieren zu verfallen, was ja auch der Landkreis erkennbar nicht vorhat. Wir werden für den Bereich der Stadt die rückläufige Zahl der Kinder weiter beobachten, die Schullandschaft systematisch überprüfen und danach Alternativen entwickeln, um eine Diskussionsgrundlage für Gespräche mit allen zu Beteiligenden - Eltern, Schulen, Landesschulbehörde - zu haben.

Edemissen

„Die Entwicklung der Schülerzahlen kommt für uns natürlich nicht überraschend: Wir legen dem Fachausschuss in jedem Jahr die aktuellen Zahlen vor und beobachten die Entwicklung genau“, sagt Bürgermeister-Vertreter Norbert Ahlers. Das Schulzentrum in Edemissen mit Haupt- und Realschule sei - auch mit den Sportstätten - räumlich sehr gut aufgestellt und man sei zuversichtlich, dass der Standort im nördlichen Landkreis Peine auch künftig Bestand habe.

Hohenhameln

Für die Grundschule Hohenhameln/Clauen sieht Bürgermeister Lutz Erwig (SPD) aktuell keine Gefahr. „In den Klassen 1 und 2 gibt es bereits sogenannte Lerngruppen, das heißt, die Schüler der Stufen werden gemeinsam unterrichtet.“ Für weitere Prognosen müsse die mittelfristige Entwicklung abgewartet werden. Probleme gebe es allerdings bei den weiterführenden Schulen: „Es liegt uns viel daran, den Schulstandort in der Gemeinde auch in diesem Bereich zu erhalten. Ich bezweifle jedoch, dass es in Form von Hauptschule und Realschule sein wird“, so der Hohenhamelner Verwaltungschef. „Ich erhoffe mir und gehe davon aus, dass der Schulstandort in der Gemeinde mit einer Integrierten Gesamtschule weitergeführt wird.“

Ilsede

Ilsede habe mit der Stadt Peine die meisten Schulstandorte - „und wir wollen auch, dass das so bleibt“, sagt Bürgermeister Wilfried Brandes (SPD). Bei den Grundschulen habe man vorgesorgt: „Wir haben vier Schulen geschlossen, um die Standorte Ölsburg und Groß Ilsede zu stärken.“ Bei den weiterführenden Schulen bleibe abzuwarten, was die Zukunft bringt: „An der Haupt- und an der Realschule sind die Schwankungen nach neuesten Zahlen nicht besonders hoch. Allerdings ist der Trend vor allem an den Hauptschulen generell eher rückläufig. Hier werden irgendwann kombinierte Oberschulen in die Diskussion kommen.“ Um das Gymnasium mache sich Brandes keine Sorgen. Bei den drei Förderschulen sei vor allem die Janusz-Korczak-Schule als Förderschule L betroffen: „Sie wird wegen der Inklusion wohl auslaufen.“ Um die Astrid-Lindgren-Schule und die Schule Ilseder Hütte fürchtet Brandes jedoch nicht.

Lahstedt

„Wir betrachten seit Langem die Entwicklung der Grundschulen in Lahstedt und haben uns auf schlechtere Zahlen eingestellt“, sagt Lahstedts Bürgermeister Klaus Grimm (parteilos). So habe man vor Jahren die Grundschule Adenstedt mit Gadenstedt zusammengelegt. Eine Konstellation, wie sie auch bei anderen Schulen irgendwann notwendig werden könnte. „Wir glauben aber nicht, dass wir Schulen in Lahstedt schließen müssen“, betont Grimm. „Einzügige Jahrgänge lassen sich dagegen wohl nicht vermeiden.“ Sollte es noch knapper werden, müsse auch über Klassenverbände gesprochen werden.

Lengede

Lengedes Bürgermeister Hans-Hermann Baas (SPD) kündigt an, sich die Zahlen des Landkreises nochmals genau anzuschauen. Für die drei Grundschul-Standorte (Broistedt, Lengede, Woltwiesche) gibt er jedoch eine Bestandsgarantie ab. „In den kommenden zehn Jahren sind diese Standorte nicht gefährdet“, erklärt Baas. Sollten wegen rückläufiger Schülerzahlen dann doch einmal Räume in den Schulen leerstehen, könnten diese flexibel genutzt werden. Baas könnte sich dabei zum Beispiel vorstellen, dort Senioreneinrichtungen zu etablieren. Das wäre auch aus gesellschaftspolitischen Gesichtpunkten eine Überlegung wert. Auch an der IGS in Lengede werde nach Einschätzung von Baas nicht gerüttelt.

Vechelde

Hartmut Marotz, Bürgermeister der Gemeinde Vechelde (SPD), sieht den rückläufigen Schülerzahlen mittelfristig gelassen entgegen: „Ich mache mir um die Schulen in Vechelde keine Sorgen“, erklärt der Verwaltungschef und begründet dies mit den zahlreichen Zuzügen junger Familien. Die Grundschulen in Vechelde und Vallstedt seien stabil, Wedtlenstedt verzeichne einen Rückgang und sei bald nur noch einzügig. Wackelig seien die Grundschul-Außenstellen in Bettmar und Sierße. Vor Problemen stünde auch die Vechelder Hauptschule: „Es liegen nur zwei Anmeldungen vor“, sagt Marotz. „Wir müssen darüber nachdenken, in Vechelde neben dem Gymnasium ein integratives Schulsystem anzubieten.“

Wendeburg

„Wir verlieren in den nächsten sechs Jahren 100 Grundschüler, das ist schon eine Hausnummer“, sagt Wendeburgs Bürgermeister Gerd Albrecht (CDU). Besonders kleine Schulen, wie die Grundschul-Außenstelle in Meerdorf, bereiten ihm Sorge. Auch die derzeitigen Schülerströme aus Braunschweig und dem Kreis Peine zur Oberschule in Wendeburg seien für die Zukunft nicht garantiert. Albrecht sieht nun vor allem die Kreispolitik gefordert. „Man muss hinterfragen, ob alle Investitionen in die Schullandschaft so erforderlich waren“, meint er.

tk

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