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Dr. Jens Binner referierte über Peine zwischen Weimarer Republik und Diktatur

Peine Dr. Jens Binner referierte über Peine zwischen Weimarer Republik und Diktatur

Peine. „Die Nationalsozialisten sind keineswegs 1933 aus dem Nichts aufgetaucht und 1945 genauso plötzlich wieder verschwunden.“ So lautete die Eingangsthese des Historikers Dr. Jens Binner bei seinem Vortrag auf Einladung des Kreisheimatbundes im Kreismuseum vor mehr als 200 Besuchern. Vielmehr sei die Machtübernahme - auch in Peine - ein schleichender Prozess gewesen.

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Volles Haus im Kreismuseum: Zu dem Vortrag, den der Kreisheimatbund organisiert hatte, kamen mehr als 200 Zuhörer.

Quelle: pif

Zum Beispiel sei der Antisemitismus als ein ideologischer Kern des Nationalsozialismus Anknüpfungspunkt gewesen zu vielerlei Gruppen. Binner nennt für Peine als Beispiel den Jungdeutschen Orden, in dem auch der bekannte Peiner Architekt Anton van Norden Mitglied gewesen war, genauso wie der langjährige Bürgermeister August Wietfeldt. 1925 besaß der Orden rund 400 Mitglieder - für das beschauliche Peine eine beachtliche Zahl.

Doch auch Vereine zeigten unverhohlen antisemitische Tendenzen. So war im Handlungsgehilfen-Verband Juden die Mitgliedschaft untersagt.„Aus den Reihen dieses Verbandes stammte etwa Otto Knop, einer der einflussreichsten Peiner Nationalsozialisten, der 1933 zum Direktor der Stadtwerke wurde, obwohl er offenkundig dafür nicht die nötige Qualifikation besaß“, sagte Binner.

Als aggressiver Antisemit gelte auch Bürgermeister Dr. Julius Meyer, der 1907 der Einweihung der Synagoge ferngeblieben war und nach seiner Zeit als Bürgermeister mit monatelangen Hetzkampagnen gegen den jüdischen Philosophen Theodor Lessing auffiel - und Schlagzeilen machte. Binner merkte an, dass in der Stadt noch immer ein Weg nach Bürgermeister Meyer benannt ist.

Eine der „schillernsten“ Figuren der Peiner Nationalsozialisten sei Hanns Kerrl gewesen, der 1925 die Partei nach dem Ende ihres Verbots wieder gründete. Seit 1929 saß er in der Bürgervorsteher-Versammlung, dem Stadtrat, später wurde er Landtagsabgeordneter, Landtagspräsident, preußischer Innenminister und schließlich Reichskirchenminister. Und schon Mitte der 1920er-Jahren versuchte das bürgerliche Lager, Kerrl einzubinden, um eine Gegenbewegung des starken linken Lagers aus SPD und KPD zu bilden. Für den interessanten Vortrag von Dr. Jens Binner gab es am Ende viel Applaus.

Von Thorsten Pifan

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