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Direktvertrieb: Rausch mit neuem Konzept

Peine Direktvertrieb: Rausch mit neuem Konzept

Peine. Der Schokoladenhersteller Rausch zieht sich Ende September komplett aus dem Lebensmitteleinzelhandel zurück.

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Unternehmens-Geschäftsführer Jürgen Rausch (l.) und Robert Rausch (r.) auf einer Plantage auf Madagaskar.

Quelle: Archiv

Das bestätigte Geschäftsführer Robert Rausch jetzt im Gespräch mit der PAZ. Der radikale Einschnitt in das Vertriebskonzept, bei dem auch Umsatzeinbußen und der Verlust von Kunden einkalkuliert sind, ist für Rausch allerdings nicht das Ende, sondern ein wichtiger Schritt die Zukunft. Mit dem neuen Konzept sollen auch neue Käuferschichten angesprochen werden.

Sämtliche Rausch-Produkte sollen künftig nur noch per Direktvertrieb und im Schokoladenhaus Fassbender & Rausch am Gendarmenmarkt in Berlin angeboten werden. Und das hat für Robert Rausch gute Gründe: „Unser Anspruch ist es, die beste Schokolade der Welt herzustellen. Auf der Suche nach den edelsten Kakaos schlagen mein Vater und ich uns mit der Machete durch den Dschungel. Für die Produktion verwenden wir die mit Abstand teuersten Rohstoffe der Welt. Da passt es eben nicht, am Ende in irgend einem Supermarktregal zu landen.“ Ein exklusives Umfeld der Warenpräsentation spielt für Rausch eine zentrale Rolle: „Wir wollen die Marke an der Spitze positionieren.“

Ziel des Familienunternehmens ist es, zukunftsfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Für Robert Rausch gehört es dabei selbstverständlich dazu, die wesentlichen Prozesse selbst zu steuern: vom Pflanzen der Kakaobäume, über die Herstellung der Schokolade bis zum Verkauf an den Endkunden. Um dabei größtmögliche Transparenz herzustellen, sollen künftig alle Schritte live im Internet und auf Bildschirmen im Berliner Schokoladenhaus verfolgt werden können.

Massiv investiert hat Rausch in den Kakao-Anbaugebieten. In Costa Rica hat das Unternehmen jüngst ein 350 Hektar großes Grundstück für eine neue Plantage gekauft, das nordöstlich von Cartago am 3325 Meter hohen Vulkan Turrialba liegt. Robert Rausch schwärmt: „Die Gegend ist traumhaft schön.“ Die ersten 20 000 Kakaobäume wurden bereits direkt in den dortigen Regenwald gepflanzt - ohne einen Baum zu roden. Die Plantage soll auch dazu dienen, anderen Händlern moderne Anbaumethoden zu präsentieren. Das 1967 gebaute Fabrikgebäude im Stadtteil Tempelhof, das zuletzt teilweise vermietet war, wurde wieder komplett übernommen. Die Verwaltung und die Lagerkapazitäten wurden ausgebaut, um dem wachsenden Online-Geschäft gerecht zu werden. Investiert werden soll auch in das Stammhaus am Gendarmenmarkt, das jährlich eine Million Besucher zählt.

Die Produktpalette, die sich bislang auf pure Schokolade beschränkte, soll zeitnah erweitert werden, unter anderem um drei Serien allerfeinster Pralinen. An der Herstellung werde bereits seit einem Jahr mit viel Leidenschaft gearbeitet, so Rausch.

Die ganze Konzentration soll nun auf die Umstrukturierung zu einem hochmodernen Multi-Channel-Unternehmen mit einer starken E-Commerce-Sparte gerichtet werden. Allein in diesen Bereich sollen Millionen Euro investiert werden. Die Zuwachsraten im Online-Bereich lagen zuletzt im zweistelligen Prozentbereich. Für Telefonbestellungen baut Rausch ein eigenes Callcenter auf.

Durch die Umstellung auf das Direktgeschäft müsse zwar zunächst mit einem Umsatzrückgang von bis zu sieben Millionen Euro im Jahr gerechnet werden, dafür würden aber hohe Händlermargen eingespart. Zuletzt erwirtschaftete Rausch mit seinen rund 400 Mitarbeitern einen Jahresumsatz in Höhe von rund 125 Millionen Euro, Tendenz steigend. „Umsätze spielen für uns aber nicht die Hauptrolle“, sagt Rausch. Viel wichtiger seien „saubere Erträge und funktionierende Geschäftsmodelle“. Wichtigstes Ziel bei Rausch bleibe nach wie vor, die beste Schokolade der Welt herzustellen.

Das ändert sich am Standort Peine

Drei Mitarbeiter aus dem Innendienst wechseln in andere Bereiche. Die sechs Außendienstmitarbeiter haben ihre Kündigung erhalten. Robert Rausch dazu: „Dieser Schritt war leider unumgänglich. Da es sich aber bei allen um Top-Vertriebsleute handelt, bin ich mir sicher, dass sie zeitnah neue jobs finden.“ im Gegenzug würden in Peine und Berlin im Zuge der Umstrukturierung mindestens zwölf neue Stellen geschaffen. Als Zugeständnis für den Standort Peine werde der Sitz der Hauptgesellschaft Rausch Betriebsgesellschaft (bisher Rausch Schokoladen GmbH) von Berlin nach Peine verlegt. in der Fuhsestadt würden jährlich bis zu vier millionen Euro in neue Produktionsanlagen investiert. Zuletzt seien rund 16 millionen Euro in eine der weltweit modernsten Produktionsanlagen investiert worden.

mic

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