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„Die Wanderhure“ in den Festsälen

Peine „Die Wanderhure“ in den Festsälen

Peine. Verrat, Intrigen, Machtspiele, große Kirchenpolitik und kalte Rache: Das Schauspiel „Die Wanderhure“ nach dem Bestseller von Iny Lorentz forderte Akteuren und Zuschauern einiges ab. 

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Hanna bekommt ihre Rache: Ruppertus und seine Helfer werden vom König verurteilt.

Quelle: Grit Storz

Die mehr als 500 Besucher in den Peiner Festsälen hatten teils große Erwartungen an das Stück, waren doch sowohl der Roman als auch der spätere preisgekrönte Film lange in aller Munde.

Das zweistündige Schauspiel brillierte mit minimalistischem Bühnenbild, einer reduzierten Handlung auf das Wesentliche, wunderbar eingesetzter Musik und mit Schauspielern, die alles gaben. Gewalt- und angedeutete Vergewaltigungsszenen sind in der Romanfassung Schlüsselstellen und durften natürlich auch im Theaterstück nicht fehlen, wollte Autor Daniel Hohmann den tiefen Fall der gutbetuchten Bürgerstochter Marie Schärer zur wandernden „Hübschlerin“ Hanna nachzeichnen.

Konstanz im Jahre 1410: Eben noch mit dem adligen Bastard Ruppertus Splendidus verlobt, wird Marie wegen Hurerei verurteilt, ihr Vater ermordet und das beträchtliche Vermögen fällt ihrem intriganten Verlobten zu. Damit nicht genug, muss sich Marie die fortan Hanna heißt, nun mit wirklicher Hurerei den Lebensunterhalt verdienen. Angetrieben von Rachegedanken und wilder Vergeltungssucht übersteht die „Wanderhure“ fünf Jahre dieses Lebens. Anlässlich des Konstanzer Konzils verschlägt es sie in ihre alte Heimat, versprechen doch der geballte anwesende Klerus und Adel im Dunstkreis des Königs gute Geschäfte. Der Zufall spielt Hanna für ihre Rache in die Hände....

Gab es nach den ersten Szenen noch verhaltenen Applaus, schickte das Publikum die Schauspieler mit begeistertem Beifall in die Pause und wartete nun gespannt auf die szenische Auflösung. Die komplexen geschichtlichen Zusammenhänge, die als „Nebenhandlung“ sowohl Roman als auch Theaterstück spannend machen, waren nicht so einfach kurz darzustellen. Gelungene Lösung: Das Ziel des Konzils, die Verbrennung von Jan Hus und der langsame Zerfall der absoluten kirchlichen Macht wurden hervorragend in einem Lied zusammengefasst. Zum Schluss wurde schließlich noch ganz große Politik erklärt. Die Darstellung der Ränke und Verlogenheit der Kirche und der Machtmissbrauch der Politik hatten beinahe schon moderne Züge, fanden einige Zuschauer. Das Bühnenbild und die Spielweise ließen viel Platz für eigene Interpretationen und gefielen offensichtlich gut.

Tosender Applaus für eine gelungene Vorstellung.

gs

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