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„Die Seekrankheit vergeht irgendwann“

Peine „Die Seekrankheit vergeht irgendwann“

Peine. Seereisen haben Konjunktur: Traumschiff-Flair, Kapitäns-Dinner, Luxus-Kabinen, schöne Damen, stattliche Herren, Stewards in Livree. Volker Hanewacker aus Peine kann sich zwar an seine allerersten Seereisen auf Frachtschiffen durch den Panama- oder Suezkanal als Kleinkind eines Schiffskochs kaum erinnern.

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Ziviles Segelschulschiff: Der Peiner Hobby-Matrose Volker Hanewacker ist auf der Dreimast-Bark „Alexander von Humboldt II“ unterwegs.

Quelle: oh

Peine. Wohl aber, dass den inzwischen knapp 50-Jährigen Schiffe und Meer stets fasziniert hätten. Beruflich hat der Mann bei der Salzgitter AG jedoch festen Boden unter den Füßen. Ehrenamtlich steigt er bei der Freiwilligen Feuerwehr in Peine auch schon mal auf die schwankende Drehleiter.

Aber seit seinem Tagestörn vor 15 Jahren mit dem Großmast-Segelschiff „Alexander von Humboldt“ auf der Nordsee weiß er, dass er wie sein Vater wohl auch Meerwasser im Blut hat. Seitdem steigt er als Leichtmatrose nun auf der Dreimast-Bark „Alexander von Humboldt II“, einem zivilen Segelschulschiff unter deutscher Flagge, auf 30 Meter hohe Masten - wann immer es seine Urlaubsplanung und -kasse zulassen.

„Bei einer solchen Seereise ist man nicht Passagier sondern einer von etwa 79 Besatzungsmitgliedern“ präzisiert der Freizeit-Seefahrer seine Hobby-Leidenschaft. Wer interessiert und geeignet sei, dürfe mitfahren, denn dies entspreche dem Stiftungszweck der „Deutschen Stiftung Sail Training“, die als Eigentümerin das Schiff betreibt.

Und so besteht Hanewackers „Urlaubs“-Tag auf See aus vier Stunden Wachdienst und acht Stunden meist zum Schlafen genutzter Freizeit - und wieder von vorn. Langweilig ist der Wachdienst nicht: eine Stunde Ausguck vorne, fachsprachlich der „Back“: „Sie glauben nicht, was alles vom Baumstamm bis zum verlorenen Container unkontrolliert im Meer vor sich hintreibt und das Schiff beschädigen könnte“. Und sonst? Nach Anweisung Segel setzen, Segel bergen oder als Rudergänger nach Anweisung des Steuermannes „Kurs anlegen“.

Also eine schön-romantisch-spaßig-lustige Seefahrt? „Ja“, nickt der Teilzeit-Seebär „aber mit viel Verantwortung“. Die Crew bestehe zwar aus Freizeit-Seeleuten, die allen gesellschaftlichen Schichten angehören - aber wenn man auf dem Meer sei, zähle allein die gemeinsame Liebe zu Schiff und Wasser. Dass übrigens auch Frauen an Bord völlig gleichberechtigt diesen Enthusiasmus teilen, bringe nicht wie in früheren Jahrhunderten beschworen „Unglück“ sondern sei eine Bereicherung.

Und das klingt ebenso wenig nach Seemannsgarn wie Hanewackers Rapporte über Gewitterstürme, die ganze Woche „Schieflage“ und die daraus folgende „Landkrankheit“, wenn man plötzlich wieder gerade gehen müsse, über die überstandene Seekrankheit, wenn sich das Gehirn „irgendwann“ daran gewöhne. Er schwärmt von Sonnenaufgängen, Sonnenuntergängen, die Nordsee-Törns und die drei Wochen-Reise zu den Kanaren und natürlich die Sehnsucht nach der Atlantiküberquerung und die Umrundung von Kap Horn.

Das habe zwar alles seinen Preis von 120 bis 150 Euro pro Tag. Da aber ebenso Sterneköche der Segelleidenschaft frönen, wie Frachter- und Passagierschiff-Kapitäne, sei dieser all-inclusive-Preis sowohl eine Investition in Genuss als auch in professionelle Sicherheit.

Hanewackers Ehefrau Sigrid teilt das Entzücken für seemännische Euphorie nicht. Trotzdem stechen die Hanewackers demnächst gemeinsam in See: im Traumschiff gen Norwegen - Seereisen haben nämlich Konjunktur.

uj

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