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Dialog über „Religionen und Bürgerrechte“

Peine Dialog über „Religionen und Bürgerrechte“

Peine. „Religionen und Bürgerrechte“: Unter diesem Motto hatte die Beauftragte für Gleichstellung, Familie und Integration der Stadt Peine, Banafsheh Nourkhiz, zum interreligiösen Dialog ins Forum eingeladen. Mehr als 180 Besucher waren der Einladung gefolgt. Bürgermeister Michael Kessler (SPD) begrüßte die Gäste und dankte Nourkhiz für ihr großes Engagement und den Anstoß zu diesem wichtigen Thema.

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Die Diskussions-Teilnehmer auf dem Podium: Pastor Dr. Joachim Jeska (r.) hatte die Moderation übernommen.

Quelle: Nicole Laskowski

„Religionen haben oft ein anderes Verständnis von Rechten und Pflichten. Daraus können sich auch Konflikte mit dem Grundgesetz ergeben und man muss sich fragen, wo die Religionsfreiheit endet. Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, um das Zusammenkommen vieler Kulturen und Religionen zu ermöglichen“, führte Nourkhiz in das Thema ein.

Einen Impulsvortrag hielt dann die Professorin Dr. Dr. Ina Wunn, Religionswissenschaftlerin der Universität Hannover. Sie nahm Bezug auf die Diskussion um das Thema „Beschneidung“, die verdeutlicht habe, dass es immer wieder Konflikte zwischen weltlichen und religiösen Ansichten gebe. Zudem erklärte sie die Ursprünge des Christen- und Judentums und des Islam. „Das Christentum sieht die Bibel nicht als Gesetzbuch, sondern als Heilsgeschichte und definiert sich über Glauben. Judentum und Islam sind dagegen Gesetzesreligionen, über deren Regeln nicht diskutiert werden kann“, führte sie aus. In Europa habe weiter die Aufklärung für eine Säkularisierung gesorgt.

Im Anschluss an den Vortrag diskutierten sieben Vertreter verschiedener Religionen über das Thema. Die Moderation hatte Pastor Dr. Joachim Jeska übernommen. Den Reigen eröffnete Superintendent Dr. Volker Menke mit der Aussage: „Der Glaube muss frei sein!“. Mehmet Akylacin, Öffentlichkeitsbeauftragter der Takva-Moschee betonte, dass es wichtig sei, das Positive der Religion in den Vordergrund zu stellen.

Für die alevitische Gemeinde sprach Baykal Arslanbuga: „Das wichtigste Buch zum Lesen ist der Mensch. Man soll alle Nationen gleich betrachten.“ In die historischen Grundlagen des Islam stieg Sami Sipahi als Vertreter der DITIB-Moschee ein. Er skizzierte seine Religion als Modell, wie Menschen zusammenleben können und betonte den Anteil islamischer Philosophen an der Aufklärung in Europa.

Für Toleranz im Umgang miteinander sprach sich der katholische Pfarrer Hendrik Rust aus. „Die Kirche lehnt nichts ab, was Religionen heilig ist“, zitierte er aus dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Als Vertreterin der jüdischen Gemeinde plädierte Renate Wagner- Redding dafür, andere zu respektieren: „Liebe deinen Nächsten, denn er ist wie du - das ist unsere Lebensphilosophie!“

Aufgeschlossenheit und Aufklärung waren auch dem Vertreter der Al-Hidaia-Moschee, Mohamad Hammouda, sehr wichtig, insbesondere um die Unterschiede zwischen gemäßigtem und radikalem Islam aufzeigen zu können.

In der Diskussion ging es dann um Fragen wie Gleichberechtigung von Frau und Mann, das Leben der Religion vor Ort in Peine, neue Probleme durch die Integration der Geflüchteten, die Verschleierungsdebatte, aber auch um historisch gewachsene Konflikte zwischen den einzelnen Strömungen der Religionen. Da die Zeit sehr knapp bemessen war, wurde allerdings alles nur angerissen. Diskutanten und Gäste waren sich einig, dass das Thema einer Fortführung bedarf.

nic

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