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„Des Teufels General“ überzeugte als Drama

Peine „Des Teufels General“ überzeugte als Drama

Peine. In den Peiner Festsälen konnte man am Dienstagabend ein beeindruckend bedrückendes Drama erleben. „Des Teufels General“, ein Drama von Carl Zuckmayer, erstaufgeführt 1946, beeindruckte die Besucher so tief, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können.

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„Des Teufels General“: Gerd Silberbauer (4.v.r.) überzeugte als General Harras in den Peiner Festsälen.

Quelle: Foto: im

Die Handlung spielt im Spätherbst 1941 in Berlin. Der leidenschaftliche Flieger General Harras (Schauspieler Gerd Silberbauer), der eigentlich nur fliegen will, arbeitet für die Nationalsozialisten - obwohl er ihre Ideologie und ihre Taten aufs Äußerste verachtet. Mit seiner Meinung über das System hält er sich auch nicht zurück und debütiert, mehr oder minder öffentlich, den Führer und seine Zuarbeiter. Als die Materialfehler bei fabrikneuen Flugzeugen zunehmen und mehrere Abstürze ereignen, gerät Harras als Verantwortlicher für den Flugzeugbau unter Druck.

Nach Haft und Verhören durch die Staatspolizei erhält Harras zehn Tage Zeit, um die Fälle zu klären und sich zu rehabilitieren. Der tödliche Absturz seines Freundes Eilers treibt ihn noch mehr an. Trotz intensiver Suche mit seinem Chefkonstrukteur Von Oderbruch lassen sich keine Schwachstellen an den Maschinen finden. Für ihn bleibt nur eine Möglichkeit: Sabotage. Unter Druck gesteht sein Freund Oderbruch, das der Widerstand die Maschinen sabotiert hat - zu dem er auch gehört. Er begründet dies mit einem höheren Zweck: „Wir müssen die Waffe zerbrechen, mit der er (Hitler) siegen kann - auch wenn es uns selber trifft.“

Um ihn und seine Mitarbeiter zu schützen, übernimmt Harras die alleinige Verantwortung. Obwohl Von Oderbruch dazu gedrängt, lehnt er die Flucht ab. „Wer auf Erden des Teufels General wurde und ihm die Bahn gebombt hat - der muss ihm auch Quartier in der Hölle machen.“ Er besteigt eine sabotierte Maschine und fliegt in den Tod.

Eine Verbeugung vor dem Schauspiel-Ensemble um Gerd Silberbauer, das die Zerrissenheit, Verblendung und blinden Glauben, die Verzweiflung und das Erkennen der falschen Ideale so glaubwürdig auf die Bühne gebracht hat. Dass das Publikum beeindruckt und betroffen war, war auch daran zu erkennen, dass der Applaus sich nur langsam entwickelte, weil jeder erst einmal begreifen musste. Der Dank waren dann aber stehende Ovationen.

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