Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Der Zweite Weltkrieg hat Spuren hinterlassen

Klein Lafferde Der Zweite Weltkrieg hat Spuren hinterlassen

Klein Lafferde. Er erlebte den Schrecken des Zweiten Weltkrieges schon ganz jung: Für Werner Bollmann gehörten im Zweiten Weltkrieg Luftangriffe, Todesangst und Trauer zum Alltag dazu.

Voriger Artikel
Frauentreff sprach über Hertha Peters
Nächster Artikel
Frische Spuren im Wald: Lebt hier ein Wolf?

Werner Bollmann hat noch vieles über den Zweiten Weltkrieg aufgehoben.

Quelle: mgb

Peine. Erst vor kurzem konnte der Klein Lafferder offen über seine Erinnerungen sprechen - vorher war das nicht möglich, zu grausam waren die Bilder, die sich in sein Gedächtnis eingebrannt hatten.

Was als Spiel für die Kinder begann, entpuppte sich mit der Zeit als grausamer Ernst. „Damals waren wir sensationslustig und dumm“, erinnert sich Bollmann. Die ersten Bombenalarme empfand er noch als großes Abenteuer. Immer wieder war der Zeitzeuge mit seinen Freunden zum Dorfrand gelaufen, um die großen und schweren Bombentrichter ausfindig zu machen. „Nachmittags haben wir uns oft die Flieger am Himmel angesehen. Mit der Zeit konnten wir auch jeden deutschen Flugzeugtypen unterscheiden und auch feindliche Bomber erkennen.“ Besonders gerne lauschte Bollmann mit seinen Freunden den heldenhaften Geschichten eines Nachbarkindes, das mit seiner Familie nach Klein Lafferde gezogen war, nachdem sein Wohnhaus ausgebombt wurde.

Als jedoch vermehrt Kampfflieger über Klein Lafferde jagten, wuchs die Todesangst der Kinder enorm und an Spaß und Lachen war nicht mehr zu denken. „Beim Bombenalarm war alles eingeübt. Wir sollten schnell im Keller Schutz suchen und bis zur Entwarnung ausharren“, erinnert sich der Zeitzeuge.

In diesen Momenten hatte ihn die Angst so sehr im Griff, dass er selbst im kindlichen Leichtsinn nicht einmal mehr ans Hinausspähen gedacht hatte. Die verängstigten und apathisch wirkenden Gesichter vieler Frauen und Männer, die ebenfalls in seinem Keller Schutz gesucht hatten, wird der Senior nicht mehr vergessen. „Etwa 30 bis 40 Schüler und 20 Erwachsene kamen bei jedem Bombenalarm zu uns in den Keller“, erinnert sich Bollmann.

Große Angst jagte ihm damals der Bombenangriff auf Braunschweig am 15. Oktober 1944 ein. „Auf einmal sind zahlreiche Flieger-Staffeln über Klein Lafferde Richtung Braunschweig geflogen. Kurze Zeit später hat es geknallt, gebebt und der Himmel färbte sich feuerrot.“ Nach dem schweren Angriff hatte es zwei Tage lang in der Löwenstadt gebrannt.

Ganz schwer verarbeiten konnte der Zeitzeuge die Nachricht, dass sein Vater und Bruder im Krieg gefallen waren. Doch um zurückzublicken und zu trauern blieb einfach keine Zeit, „jede Hand wurde gebraucht“, schildert der Zeitzeuge. Seine Familie hatte ein Kohlegeschäft, in dem er mit einsteigen musste, und auch auf dem Feld sowie bei der Viehzucht musste geholfen werden. Der Senior erklärt: „Da die Männer nacheinander eingezogen wurden, ist uns mit der Zeit bewusst geworden, dass wir immer weniger Dorfbewohner in Klein Lafferde waren.“ Erst nachdem der Krieg beendet war, kam eine Flüchtlingswelle zurück nach Klein Lafferde - es fehlten aber viele Familienväter, die noch lange sehnsüchtig erwartet worden waren.

mgb

• Mehr dazu lesen Sie in der heutigen Ausgabe der PAZ.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadt Peine

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Rückbau auf dem Telgter Elmeg-Gelände
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung