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Der Salafist aus Hohenhameln: Dennis R. lebt für den Glauben in Ägypten

Salafismus Der Salafist aus Hohenhameln: Dennis R. lebt für den Glauben in Ägypten

Hohenhameln. Der gebürtige Hohenhamelner Dennis R. macht mit seiner ungewöhnlichen Lebensgeschichte bundesweit Schlagzeilen: Vor kurzem reiste der gelernte Automechaniker nach Ägypten aus - um als praktizierender Salafist (siehe Hintergrund) eine Sprachschule zu besuchen. Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ portraitiert den 24-jährigen Peiner in seiner neuesten Ausgabe.

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Der Hohenhamelner Dennis R. (24) verteilte 2012 Gratis-Exemplare des Koran in Hannover – nun zog er für seinen Glauben nach Ägypten.

Quelle: Archiv

Der Hohenhamelner R. glaubt an Gott - erst war es der christliche, jetzt ist es ein anderer: Allah. Seine Jugend verbrachte der 24-Jährige in Hohenhameln, er besuchte den Konfirmandenunterricht und begleitete den Kirchenchor mit seiner Gitarre. Später machte R. den Realschulabschluss, dann eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, die er vergangenes Jahr erfolgreich abschloss. Dann kam der 24-Jährige - zunächst zufällig - im Internet mit dem Islam in Kontakt, interessierte sich zunehmend für die Weltreligion, las den Koran und konvertierte. Heute ist der gebürtige Hohenhamelner Teil der Salafisten-Bewegung, einer stark konservativen Strömung innerhalb des Islam. Er nennt sich nicht mehr Dennis, sondern Abd al-Malik, Diener des Herrn. Und der 24-Jährige lebt seit einigen Wochen in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria, um dort eine Sprachschule zu besuchen und Arabisch zu lernen.

Dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ sagte der Hohenhamelner Salafist, er habe die Diskriminierung in Deutschland nicht mehr ertragen. Manche Nachbarn hätten ihn für einen Terroristen gehalten, viele Menschen seien ihm ausgewichen. Aufmerksamkeit bekam der Hohenhamelner Salafist auch, als er vergangenes Frühjahr in Hannover gemeinsam mit anderen Salafisten Gratis-Ausgaben des Koran verteilte.

Bei einer solchen Aktion wurde der niedersächsische Verfassungsschutz auf ihn aufmerksam. „Dennis R. ist hier im Jahr 2012 als Anmelder von Infoständen im Rahmen der Aktion ‚Lies‘ des salafistischen Predigers Abou Nagie aus Köln bekannt geworden“, bestätigte Verfassungsschutzsprecherin Anke Klein auf PAZ-Nachfrage. Der Hohenhamelner sei einer von rund 300 Salafisten in Niedersachsen. Ob R. vom Verfassungsschutz überwacht wurde oder noch wird, wollte Klein nicht bestätigen: „Zu Einzelpersonen kann leider keine Auskunft erteilt werden“, so Klein. Allgemein sei den Sicherheitsbehörden jedoch bekannt, „dass aus Deutschland stammende Salafisten verschiedene arabische Staaten zu Studienzwecken aufsuchen“. Eine weitergehende Radikalisierung sei damit nicht zwingend verbunden, diese Gefahr dürfe aber nicht unterschätzt werden.

Das betont auch der Präsident des Bundesverfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen: „Wenn der Staat gegenüber salafistischen Bestrebungen nicht klare Kante zeigt, besteht die Gefahr, dass diese Gruppen weiter wachsen. Es ist denkbar, dass die Bereitschaft zur Gewalt, auch zu Anschlägen, zunimmt.“

js

Das ist Salafismus:

Der Salafismus ist eine stark konservativ geprägte Strömung innerhalb des Islam. Laut des Bundesverfassungsschutzes gilt der Salafismus in Deutschland und auch international als die zurzeit dynamischste islamistische Bewegung.

Sie orientiere sich an den Vorstellungen der islamischen Frühzeit und vertrete die Reinigung des Islam von späteren „Neuerungen“. Beim Bundesverfassungsschutz heißt es weiter: „Ziel von Salafisten ist jedoch die vollständige Umgestaltung von Staat, Rechtsordnung und Gesellschaft nach einem salafistischen Regelwerk, das als ‚gottgewollte‘ Ordnung angesehen wird.

In letzter Konsequenz soll ein islamischer ‚Gottesstaat‘ errichtet werden, in dem wesentliche, in Deutschland garantierte Grundrechte und Verfassungspositionen keine Geltung haben sollen.“ Zwar sei die Mehrzahl der Salafisten in Deutschland keine Terroristen. Andererseits, so das Fazit des Verfassungsschutzes, sind fast alle in Deutschland bisher identifizierten terroristischen Netzwerkstrukturen und Einzelpersonen salafistisch geprägt beziehungsweise haben sich im salafistischen Milieu entwickelt

Quelle: Bundesverfassungsschutz

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