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Der Hyper-Aktive

Zu Gast in Peine Der Hyper-Aktive

Dick und gemütlich an ihm scheint nur die himmelblaue Daunenjacke, die er in der Gemeinschaftsgarderobe der Festsäle ablegt, wie einen lästigen Charakterzug: Ingolf Lück, Hauptdarsteller und Regisseur der Kriminalkomödie „39 Stufen“, mit der er gestern in den Peiner Festsälen auftrat.

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Ingolf Lück.

Quelle: Isabell Masel

Peine. Er lässt sich auf dem schlichten Holzstuhl nieder, streckt die Beine schlaksig von sich, deutet auf die Sitzgelegenheit gegenüber: „Was wollen sie wissen?“ Von ihm scheint eine Art Dauer-Vibration auszugehen, die keine Sekunde Tatenlosigkeit zulässt. Eine Antwort auf seine eigene Frage wartet er auch gar nicht ab, sondern erzählt sofort von seinem neuen Programm „Zurück zu Lück“, das am 13. April in Braunschweig, in der Brunsviga Premiere habe: „Thomas Lienenlüke und Paulus Vennebusch haben mir das geschrieben, wollen Sie sich die Namen nicht aufschreiben?“

Lück, den die Fernseh-Nation eher als Moderator und Komiker kennt, ist also auch Schauspieler? Diverse Schauspielschulen hätten ihn einst abgelehnt. „Eine weise Entscheidung“ nennt er das heute, „in deren Schema hätte ich sowieso nicht reingepasst“.

Stattdessen gründet er freie Theatergruppen, spielt Swingmusik, Kabarett, Varieté, lernt Steppen und reinigt aus Geldmangel hinterher den Raum. Er kann tanzen, Jonglieren, Cello spielen, ist schlecht am Klavier und gut auf dem Akkordeon – „Ich bin entweder polyglott aufgestellt oder kann nichts richtig“ sagt er selbstironisch.

Und: „Ich bin ein hyperaktiver Mann, ich brauche Futter!“ Ob seine Frau und die beiden Kinder im Alter von 10 und 4 Jahren das ebenso sehen, wenn er bis Mai wegen des dicht gedrängten Auftrittsplanes nur sporadisch daheim in Köln vorbeischaut? „Die nehmen mich nicht ernst“, sagt er und das sei gut so.

Bei so viel beruflicher Alarmbereitschaft hat Körperfett bei dem knapp 52-Jährigen keine Chance: Kein Nikotin, kein Alkohol. Grüner Tee statt Kaffee. Keine Produkte aus Weißmehl. Und Sport: 100 Liegestütz täglich. Im Ernst? „Witzig bin ich nur auf der Bühne!“ Ergebnis: 82 Kilogramm bei 1,89 Meter Körpergröße.

Er schlafe viel, sagt er, ansonsten: „Ich esse im Stehen, lerne beim Autofahren mein neues Programm, ansonsten mache ich alles im Laufschritt“. Auch das meint er ernst, denn: „Witzig sein ist mein Beruf“. Und das bedeute Disziplin, Quälerei. Das Ergebnis mache bei Erfolg zwar Spaß, „aber vorher frage ich mich oft: Warum gehe ich da raus?“

Und dann spricht er plötzlich von „Lebensentschleunigung“ – das klingt zwar aus seinem Munde witzig, aber dass er auf der Nordseeinsel Langeoog einen Fahrradverleih mit „350 Einheiten und Bollerwagen“ führt und an der Mosel einen Weinberg besitzt, ist völlig ernst gemeint. „Am Nordseestrand schreie ich meine Texte in die Wellen oder rede auf Robben ein.“ Auch das klingt nicht gemütlich – und die behagliche blaue Daunenjacke passt eigentlich überhaupt nicht zu ihm, sondern wirkt an ihm irgendwie – witzig.

Ulrich Jaschek

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