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Der Erste Weltkrieg in der Zeitung: „Plötzlich veränderte sich die ganze Welt“

Vöhrum. Der Erste Weltkrieg in der Zeitung: „Plötzlich veränderte sich die ganze Welt“

Für sein großes Geschichtsinteresse ist der Elektromeister Veit Höver hinlänglich bekannt. Seit Jahren sammelt der Vöhrumer alte Zeitungen, die ihn faszinieren, weil sie einen besonderen Blick in die Vergangenheit gewähren - und manchmal sogar wieder aktuell werden, wie jetzt, 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

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Veit Höver

Quelle: mic

In der „Wochenchronik des Hannoverschen Anzeigers“ von 1914 hat er herausragende Beispiele dafür gefunden, „wie sich die Welt durch den Krieg plötzlich völlig veränderte“.

Bemerkenswert findet Höver beispielsweise einen Foto-Bericht in der „Wochenchronik“-Ausgabe vom 10. Juli 1914, der den Titel „Deutsch-englische Verbrüderung in Kiel“ trägt: „Das muss man sich mal vorstellen, da sitzen deutsche und englische Matrosen bei der Kieler Woche vertraut zusammen, man sieht lustige und freundliche Gesichter, und ein paar Wochen später schießen sie aufeinander. Unglaublich.“

Aus den alten Zeitungsbänden lässt sich laut Höver sehr deutlich herauslesen, dass bis zum Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914 „die Welt noch in Ordnung war“. Nach der Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers, Erzherzog Franz Ferdinand, und seiner Gemahlin Sophie Chotek, Herzogin von Hohenberg, bei ihrem Besuch in Sarajevo habe sich auch die Berichterstattung der Presse geändert. Das Attentat in der bosnischen Hauptstadt löste die Julikrise aus, die schließlich zum Ersten Weltkrieg führte.

In der gleichen Zeitung, in der es im Juli einen Bericht über das Treffen deutscher und englischer Matrosen gab, findet sich in der ersten Augustausgabe eine Fotoseite mit dem Titel „Von den Flotten unserer Feinde“. Abgebildet sind unter anderem das englische Schlachtschiff „Neptun“ und englische Hochseetorpedoboote. Eine Seite weiter ist der englische Kreuzer „Warrior“ zu sehen, der laut Bildunterschrift „im Mittelmeer in den Grund gebohrt worden sein soll“.

Höver: „Ich finde, dass diese Zeitungen teilweise mehr bringen als so manches Geschichtsbuch, weil man sich selbst eine Meinung bilden kann und nicht die Meinung eines Buchautoren aufgedrückt bekommt.“ Natürlich habe es auch in der Zeit des Ersten Weltkriegs (1914 bis 1918) Propaganda-Berichterstattung gegeben (Höver: „Wir sind die Helden, die anderen die Verlierer“), seiner Meinung nach aber nicht annähernd so überzogen wie im Zweiten Weltkrieg. Die Propaganda lasse sich aber mit gesundem Menschenverstand jederzeit erkennen.

Den Zeitungsband des „Hannoverschen Anzeigers“ von 1924 hat Höver vor 20 Jahren beim Flohmarkt auf dem Schützenplatz gekauft - für 5 Mark. Wenig Geld für viel Geschichte. Höver hat sein „Zeitungsmaterial schon einmal einer Schule für den Unterricht angeboten. Doch diese habe abgewunken, weil nur genehmigtes Lehrmaterial verwendet werden dürfe. „Sehr schade“, findet Höver.

mic

  • Der „Hannoversche Anzeiger“ gehörte damals zum Madsack-Verlag, dem Herausgeber der Peiner Allgemeine Zeitung.
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