Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Debatte um Nazis auf Peiner Gedenktafel

Peine Debatte um Nazis auf Peiner Gedenktafel

Streit um das Anbringen einer Gedenktafel in Rosenthal anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung Peines durch die US-Armee am 10. April 1945: Weil Peiner Nazis nicht ausreichend gekennzeichnet wurden, hat sich der Historiker Jens Binner beschwert – mit Erfolg.

Voriger Artikel
Tierheim muss Fundtiere versteuern
Nächster Artikel
„Hochzeit von Peine und Ilsede“

Der Peiner Grafiker Wolfgang Glandt zeigt, wie er die Gedenktafel am Computer entwickelt hat.

Quelle: tk

Peine . Große Aufregung um eine eigentlich gut gemeinte Erinnerung an die Befreiung Peines durch die Amerikaner am 10. April 1945. Professor Hans Oelke, Grafiker Wolfgang Glandt und Militärhistoriker Karl Heinz Heineke wollen an diesen denkwürdigen Tag erinnern und haben dafür gemeinsam eine Gedenktafel entwickelt.

Das 50 mal 60 Zentimeter große Emaille-Schild, in Grau und Blau gehalten, soll bei einer Gedenk-Veranstaltung am
10. April am Hof Hansen an der Lindenbergstraße in Rosenthal angebracht werden. Dort fand vor 65 Jahren die kampflose Übergabe der Fuhsestadt an die Amerikaner statt.
Glandt sagt der PAZ: „An diesem Tag entging Peine dem schrecklichen Schicksal. Eine Vernichtung durch Bombardement und Beschießung wurde durch die kampflose Übergabe verhindert. Mehr als 17 000 Peiner und 2000 Verwundete kamen so mit dem Leben davon.“

Der Peiner Historiker Jens Binner begrüßt dies, kritisiert jedoch gemeinsam mit dem Kreisheimatbund die mangelhafte Umsetzung: „Deutsche Nazis auf dem Foto, wie der damalige Peiner Bürgermeister Dr. Wiard Bronleewe, werden nicht als NSDAP-Mitglieder kenntlich gemacht. Das geht so nicht.“ Bronleewe habe beispielsweise in seiner Amtszeit von 1938 bis 1945 die Räumung der jüdischen Wohnungen in Peine in Auftrag gegeben und gar vorgeschlagen, „den jüdischen Friedhof zu beseitigen“. Das habe das NSDAP-Mitglied jedoch glücklicherweise nicht umsetzen können.

Jetzt soll ein Kompromiss gefunden werden. Glandt erklärt: „Auf der Gedenktafel können wir jetzt nichts mehr ändern, aber im Begleitheft ist es natürlich möglich, die NSDAP-Angaben zu den Personen noch hinzufügen.“ So soll sichergestellt werden, dass es bei der Übergabe am 10. April in Rosenthal mit zahlreichen Gästen – Amerikanern und Deutschen – keine Misstöne geben wird.

Thomas Kröger

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadt Peine

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

157d6b0e-8102-11e7-8a9d-ecf16cf845db
„Begehbare Kunst!“: Impressionen von der Vernissage

In seinem Atelier 53 in Groß Ilsede interpretiert Fritz Lutz mit Teppichstücken Werke namhafter Künstler.

Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung