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Dauerbaustelle Duttenstedt: „Zu Fuß kommt man immer durch“

Duttenstedt Dauerbaustelle Duttenstedt: „Zu Fuß kommt man immer durch“

Duttenstedt. Wie eine gigantische Operation am offenen Herzen mutet die Baustelle auf der Eilhart-von-Oberg-Straße im Zuge der K 69 an. Fast komplett ist die Ortsdurchfahrt aufgerissen, einige Grundstücke der Anlieger sind nur zu Fuß zu erreichen.

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Duttenstedt ist momentan geprägt von Baulärm, Staub und Sperrungen. Doch Bürger und Bauarbeiter machen das Beste daraus.

Quelle: hui

Monatelang war in der Ortsmitte für Autos kaum ein Durchkommen möglich. Fußgänger mussten hier einen Parcours über holprige, sandige Pisten auf sich nehmen. Ältere Leute waren gezwungen, vom Fahrrad abzusteigen oder mit ihrem Rollator ungewohnte Hindernisse zu bewältigen.

Doch die Duttenstedter arrangieren sich mit den Unbequemlichkeiten der Dauerbaustelle - wie etwa Friedhelm Papenburg. „Bei Baustellen gibt es nun mal Behinderungen“, sagt der ehemalige Polizeibeamte.

„Zu Fuß kommt man immer irgendwie durch, ansonsten hängt es davon ab, was gerade auf der Baustelle gemacht wird“, erklärt Ortsbrandmeister Harald Schindler. Momentan sei es aber kein Problem, mit einem Feuerwehrfahrzeug durchzufahren.

„Die vorzeitige Sperrung war schon ärgerlich“, sagt Eva Schoeler vom gleichnamigen Reisebüro. Denn der Baubeginn verzögerte sich witterungsbedingt um zwei Monate, die Straße war aber schon seit Jahresbeginn gesperrt war. Ihre Hauptgeschäftszeit ist der Winter. Einbußen von 35 Prozent hat Bäckermeister Dirk Grete zu beklagen. Von seinem Hof aus musste er über seine einzige Ausfahrt seine anderen Filialen mehrmals täglich anfahren - direkt über die Baustelle. Dennoch steht er dem Ausbau positiv gegenüber. „Wir können froh sein, dass wir jetzt eine richtig schöne Straße bekommen!“ Jetzt ist zumindest von Osten aus die Zufahrt zu seinem Betrieb wieder frei.

„Unsere Einfahrt war zwei Tage lang gesperrt, aber wir wussten das vorher und konnten uns darauf einrichten“, erklärt Hermann Hotopp, Landwirt a.D. Über eins sind sich alle einig: Mit den Bauarbeitern ist gut auszukommen, und in schwierigen Situationen finden sie eine Lösung. „Wir wollen die Leute ja nicht schikanieren, denn wir müssen hier noch eine ganze Weile miteinander auskommen“, sagen die Bauarbeiter Rainer Kasten und Gerd Stadtländer. Insgesamt acht Bauarbeiter und drei Rohrleger sind auf der Baustelle tätig. „Da hilft man auch mal Älteren mit dem Rollator über die Baustelle oder baut eine Rampe für den Spargelbauern, damit er sein Gemüse verkaufen kann.“

„Wir denken, es läuft ganz gut hier“, sagt Martin Depner von der Stadtentwässerung. Vorarbeiter Normann Wolpers bestätigt das gute Verhältnis zu den Dorfbewohnern: „Wir sind sogar schon öfters zum Grillen ein geladen worden!“ Sie seien auch gut im Zeitplan, sagt er.

So ganz scheinen die Dorfbewohner dem Zeitplan aber nicht zu trauen, wie Bäckermeister Grete verrät: „Es gibt eine Schützenfest-Wette darüber, wann die Baustelle weg ist. Der letzte Termin der Wette lautet: 22. Mai 2014!“

hui

Das sagt der Bürgermeister

„Schön ruhig ist es jetzt hier“, sagt Ortsbürgermeister Michael Ramm (SPD) fröhlich. Abgehängt fühlt er sich durch die im Zuge der Umbaumaßnahmen erforderliche Straßensperrung nicht, im Gegenteil: Anstelle der üblichen 7000 Fahrzeuge kämen jetzt lediglich etwa 100 am Tag durch den Ort. Ihm sind keinerlei Beschwerden von Anwohnern über die baulich bedingten Behinderungen zu Ohren gekommen. Auch nicht, als er sich mit den Anwohnern und einigen Bauarbeitern erst kürzlich zum Grillen traf – mitten auf der Straße. Somit verursacht die Dauerbaustelle nicht nur Ungemach, sondern eröffnet sogar neue Dimensionen des Dorflebens.

hui

INFO

Bauarbeiten dauern noch bis Jahresende

Im Zuge der Kanalerneuerung in Duttenstedt erhält auch die Straßendecke einen neuen Aufbau und es werden neue Bürgersteige gebaut. Straßenlampen mit LED-Technik sorgen dann für energiesparende Beleuchtung. Gegen Jahresende sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Der auf Anfang 2013 datierte Beginn der Bauarbeiten verzögerte sich witterungsbedingt um zwei Monate. Mittlerweile ist der erste Bauabschnitt vom Ortseingang aus Richtung Meerdorf etwa bis zur Kirche bis auf die deckende Asphaltschicht fertiggestellt und wieder befahrbar. Die soll er zusammen mit dem Bauabschnitt II von der Kirche bis Bäcker Grete jetzt erhalten. Momentan werden im Abschnitt zwischen Grauer Weg und Ostpreußenweg bis an die Einmündung Twieholzweg Kanalbauarbeiten vorgenommen.

Gleichzeitig muss die Einmündung Twieholzweg/Eilhart-von-Oberg-Straße gesperrt werden. Da der für die Gesamtsumme von 1,7 Millionen Euro nicht unbeträchtliche Förderbetrag des Landes nur abgerufen werden kann, wenn die Baumaßnahme im Jahr 2013 komplett vonstatten geht, hofft Bürgermeister Michael Ramm (SPD) auf fristgerechte Fertigstellung.

Die Arbeiten konnten wetterbedingt erst später starten. „Vielleicht gewährt uns das Land eine Verlängerung, denn das war ja höhere Gewalt“, hofft Ramm.

hui

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