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Das zweite Leben: Rahel Wagner bekam neue Lunge

Peine Das zweite Leben: Rahel Wagner bekam neue Lunge

Peine. Mit dem Organspendeskandal beherrscht derzeit ein dunkles Kapitel der Transplantationsmedizin die Schlagzeilen. Unbestritten aber ist, dass tausende Menschen Organverpflanzungen ihr Weiterleben verdanken - auch Rahel Wagner aus Peine.

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Genießt den Sommer dank neuer Lunge: Die an Mukoviszidose erkrankte Peinerin Rahel Wagner mit ihrem Hund Linde, der ein eigenes Kind ersetzt.

Quelle: dpa

Wahrscheinlich würde Rahel Wagner ohne Operation nicht mehr leben. Wegen ihrer Krankheit hieß es für die Peinerin immer, dass sie wohl nicht älter als 18 Jahre alt werden würde. Mittlerweile ist sie 33 - zu verdanken hat sie das ihrer neuen Lunge.

Seit ihrer Geburt leidet Wagner an Mukoviszidose, eine Krankheit, bei der sich in der Lunge Sekret bildet, das Bakterien einen guten Nährboden bietet und zu vielen Infektionen führen kann. Nach starkem Lungenbluten war eine beidseitige Transplantation von Wagners Lunge unumgänglich. Die OP war am 1. September 2006 in Hannover. „Natürlich habe ich meinen zweiten Geburtstag gefeiert. Zu meinem fünften haben wir sogar zwanzig Leute eingeladen und gebührend gefeiert“, erzählt Wagner.

Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organspende konnten 2011 fast 4000 Menschen ihren zweiten Geburtstag feiern. Davon bekamen 337 eine neue Lunge. „Die Lunge ist eines der immunologisch stärksten Organe“, sagt Jens Gottlieb, Lungenfacharzt an der Medizinischen Hochschule Hannover. Das bedeute, dass sie ein Organ ist, das stark abgestoßen wird. Die Lebenserwartung bei Lungentransplantierten liege nach fünf Jahren bei etwa 50 bis 60 Prozent. Auch deswegen feierte Wagner ihren Geburtstag in großer Runde.

Doch nach der Transplantation sind sie nicht geheilt. Die gelernte Bankkauffrau ist immernoch chronisch krank und muss ihr Leben lang Tabletten einnehmen, um eine Abstoßung der Lunge zu verhindern - angenommen wird das Organ vom Körper nicht. Alle zwei Wochen wird der Peinerin zur Kontrolle Blut abgenommen. Seit etwa drei Jahren leidet Wagner unter einer chronischen Abstoßung, wobei sich Narbengewebe im Organ bildet. Nur eine weitere Lungentransplantation könnte den Zustand der Bankkauffrau verbessern. Doch erst kommen auf der Warteliste die Menschen dran, die noch nicht transplantiert wurden.

Für Wagner hatte die chronische Abstoßung zur Folge, dass sie und ihr Mann auf die Adoption eines Kindes verzichten und ein laufendes Verfahren abbrechen musste. „Das war sehr hart“, sagt sie.

Hinzu kommt die tägliche Belastung. Wagner muss täglich bis zu zwei Stunden inhalieren, rund 35 Medikamente am Tag zu sich nehmen, regelmäßig zu Fachärzten und zweimal wöchentlich zur Physiotherapie. Trotzdem ist Wagner dankbar. „Ich konnte drei Jahre so Leben wie ich das wollte, weil es meiner Lunge so gut ging. Seit der chronischen Abstoßung ist das schwieriger, aber immerhin - ich lebe.“

dpa

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