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„Das hätte ich ihm nie zugetraut“

Mord „Das hätte ich ihm nie zugetraut“

Was trieb den 30-jährigen Peiner Thomas H. im August 2009 dazu, seine ehemalige Freundin und deren Bekannte auf dem Campingplatz in Cuxhaven zu erstechen? Auch nach dem dritten Verhandlungstag vor dem Landgericht Stade bleibt die Frage nach dem Motiv für die Bluttat offen.

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Beamte der Spurensicherung am Tatort auf dem Campingplatz Cuxhaven-Sahlenburg: Sein erstes Opfer hatte der 30-jährige Peiner nach eigenen Angaben im Wohnwagen erstochen. Die Freundin des Opfers flüchtete noch etwa 100 Meter weit, bevor der mutmaßliche Täter sie einholte und auch durch eine Vielzahl von Stichen tötete.

Quelle: Archiv

Stade. Das Bild, das sich die Richter des Stades Landgerichts vom mutmaßlichen Cuxhavener Campingplatz-Mörder Thomas H. aus Peine machen wollen, ist noch nicht komplett. Einerseits wird er als „normal“ bezeichnet, andererseits erstach er im August 2009 eine seiner ehemaligen Freundinnen und deren Bekannte.

Die ehemaligen Freundinnen und Sexualpartnerinnen des mutmaßlichen Campingplatzmörders beschrieben Thomas H. gestern als eher verschlossenen, sonst aber als normalen jungen Mann, ohne Auffälligkeiten in seinem Privat- und Sexualleben.

Was aber veranlasst einen Mann dazu, zwei junge Frauen mit einem Küchenmesser derartig „zuzurichten“ wie es gestern vom Gerichtsmediziner der Uni Hamburg dargestellt wurde? Ein Mann, den seine langjährige Peiner Freundin gestern als einen „ganz lieber Kerl“ bezeichnete. „Das hätte ich ihm nie zugetraut“, sagte die 27-Jährige.

Etwa ein halbes Jahr vor der Tat hatte sich das Paar getrennt und die gemeinsame Wohnung in Peine aufgelöst, wo sie längere Zeit zusammen gelebt hatten. Die Zeugin beschrieb ihren früheren Partner als einen sehr ruhigen und schwer zugänglichen, verlässlichen Mann mit einem ausgeprägten Ordnungssinn, der sie nie geschlagen hätte.

Seine späteren Partnerinnen hatte Thomas H. in Internet-Foren kennen- gelernt. Ob er dort die große Liebe oder nur sexuelle Befriedigung suchte, blieb auch nach der Befragung von Anja T. und Monika K. für das Gericht eher unklar. Denn, während es sich bei seiner ersten Bekanntschaft um eine 31-jährige handelte, die davon sprach, dass der Angeklagte durchaus ernste Absichten hinsichtlich einer Liebesbeziehung habe erkennen lassen, schien das Treffen mit Monika K. hauptsächlich sexuellen Interessen zu dienen. Über die Single-Börse im Internet würden hauptsächlich sexuelle Kontakte vermittelt, sagte die mit 47 Jahren deutlich ältere Monika K. Vier Wochen nach der ersten Korrespondenz im Internet hätten sich beide in Peine getroffen und Sex gehabt, auf dem Bett, ganz normal. Das war vier Tage vor der Tat.

Gleichzeitig unterhielt Thomas H. Kontakt zu seiner Freundin Anja T. Mit ihr sprach er noch zwei Tage vor der Tat in einem langen Telefongespräch über ihre Beziehung, die sie damals nicht als beendet angesehen hatte. Noch am Morgen nach der Tat hatte er ihr eine Kurzmitteilung per Handy geschrieben: „Guten Morgen meine Süße, bin gerade auf dem Sprung zum Einkaufen und zur Post. Rufe Dich später gerne an, Bussi.“

Fortgesetzt wird das Verfahren am Landgericht Stade am morgigen Mittwoch mit einem psychiatrischen Gutachten.

Thomas Sassen

Hintergrund

Stiche mit „teilweise großer Kraft“

Kaum vorstellbar: Fünf Stunden, bevor er seiner Sex-Bekanntschaft eine freundliche Kurzmitteilung aufs Handy schickte, hatte der Peiner Thomas H. seine Ex-Freundin und deren Freundin mit seinem Küchenmesser geradezu hingerichtet. Nach Darstellung des Gerichtsmediziners habe Thomas H. den Opfern „teilweise mit großer Kraft“ insgesamt 18 beziehungsweise 15 schwere Schnittverletzungen zugefügt. Nadine T. sei vermutlich sehr rasch an den Folgen eines Durchstichs in der Lungen- und Herzgegend und einem zweiten in die Leber gestorben. Schnittverletzungen an der Innenhand und am linken Arm deutete der Mediziner als Zeichen der Abwehr. Am Körper von Anne G. stellten die Gerichtsmediziner sehr tiefe Schnittverletzungen im Brust- und Lungenbereich fest, die dem Opfer mit einiger Wahrscheinlichkeit erst nach der Flucht aus dem Wohnwagen zugefügt wurden. Andernfalls hätte sie die Fluchtstrecke kaum mehr zurücklegen können, so der Gutachter.

sas

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